nach Altersangaben sortiert


B A U S T E I N   I
„Gefeiert und Missbraucht – Weimar als Instrument der Politik“

• Louis Held Filme (Stummfilme, 20 Minuten) / Hellen Mueller-Schlenkhoff (Stummfilme,1929-1935, 30 Minuten, FSK o.A.)

Hellen Mueller-Schlenkhoff: Weimar-Filme aus den Jahren 1929 bis 1932. Hellen Mueller-Schlenkhoff war die Gattin von Oberbürgermeister Dr. Walther Felix Mueller. An der Seite ihres Mannes zeigte sich Frau Oberbürgermeister gern bei gesellschaftlichen Ereignissen, von denen sie als passionierte „Film-Operateurin“ um 1930 mehrere mit ihrer 16-mm-Handkamera festhielt: das Sommerfest der Aufbauschule für Mädchen, die Gründung des Liszt-Bundes, Theateraufführungen im Ilmpark, ein Tanzreigen von Mädchen vor dem  Römischen Haus. Besonders gern filmte Frau Oberbürgermeister jene, die damals in Weimar Rang und Namen hatten: Museumsdirektor Hans Wahl, Archivar Max Hecker im Goethe-und-Schiller-Archiv, die Journalistin Mathilde Freifrau von Freytag-Loringhoven mit ihrem Dackel, der angeblich rechnen konnte und Elisabeth Förster-Nietzsche, eine unerwartet  liebenswürdige alte Dame. Und Frau Mueller-Schlenkhoff dokumentierte die von ihr organisierten sozialen Projekte, mit denen sie sich den Titel „Stadtmutter Weimars“ erwarb, so ihre Säuglingsfürsorgestelle und ihr Orthopädisches Institut für Kleinkinder. Die insgesamt 20 Kurzfilme waren erst 2005 wieder entdeckt worden und werden nun erstmals vollständig vorgeführt.

Weimars erster Filmer: Louis Held:  Louis Held (1851-1927) war bereits ein angesehener Hofphotograph in Weimar und ein bekannter Bildreporter in ganz Deutschland, als er 1910 zu filmen begann. Sein Interesse galt der Dokumentation gesellschaftlicher und zeitgeschichtlicher Ereignisse. Er war es jedoch auch, der eine junge Frau in Weimar erstmalig auf Film bannte, die nur wenige Jahre später die Grande Dame des deutschen Films werden sollte: Lil Dagover – ein (Kurz-)Film, der in Weimar bisher selten zu sehen war. 1912 eröffnete der umtriebige Fotograf sein eigenes Kino, die Reform-Lichtspiele in der Marienstraße.

Gerne bieten wir die Filme auch mit einer musikalischen Einspielung an.

Bauhaus
• Das Bauhaus in Dessau (1995-2005, 30 Minuten, empfohlen ab 12 J.
Verfügbare Sprache(n): Deutsch /Englisch/Französisch

Nach Entwürfen von Walter Gropius entstand 1926 in Dessau das vielleicht berühmteste Bauwerk des 20. Jahrhunderts: die Hochschule für Gestaltung, das Bauhaus. Es gilt als Gropius´ Hauptwerk und gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Dokumentation von Frédéric Compain

• The Face of twentieth century BAUHAUS (1994, 50 Minuten, empfohlen ab 12 J.)
Verfügbare Sprache(n): Deutsch /Englisch/Französisch

“Erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur und Plastik und Malerei” Mit dieser Vision eröffnete 1919 Walter Gropius das Staatliche Bauhaus Weimar, das von Dessau bis Chicago eine der stilprägensten Schulen für Kunst, Design und Architektur werden sollte. Hier lehrten Künstler wie Kandinsky, Itten, Feininger, Klee, Moholy-Nagy uns Schlemmer, die mit den Direktoren Gropius, Meyer und van der Rohe das Bauhaus zum Inbegriff von Reform, Experiment und Avantgarde machten. In Werken, Archivalien sowie Interviews ergründet der Film die spannende Geschichte der Schule und ihrer Protagonisten.
R/B: Frank Whittford, FSK o.A.

• Paul Klee – Die Stille des Engels (50 Minuten, empfohlen ab 12 J. )
Verfügbare Sprache(n): Deutsch /Englisch/Französisch

Paul Klee, Maler, Grafiker, Musiker, Dichter und Pädagoge, war Mitglied der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ und Professor am Bauhaus in Weimar und Dessau, bevor er nach der Machtergreifung der Nazis in die Schweiz emigrierte. Mehr als 9.000 Werke zeugen von seiner künstlerischen Produktivität. Der Dokumentarfilm beschreibt Klees lebenslange Auseinandersetzung mit der Wirkung von Formen und Farben und zeigt, wie Klee den starren Gegensatz zwischen figürlicher und abstrakter Malerei überwand.
Frankreich 2005, Dokumentarfilm von Michaël Gaumnitz

Buchenwald
• Nackt unter Wölfen (1963, 119 Minuten, empfohlen ab 12 Jahre)

Es ist die wahre Geschichte einer großen Menschlichkeit. Die sich nähernde Front von Ost und West versetzt die Lagerleitung im KZ Buchenwald in Panik, täglich werden mehr Häftlinge in den Tod geschickt. Ein neuer „Evakuierungstransport“ aus Auschwitz trifft ein, darunter ein Pole und ein Koffer. In dem Koffer – ein Kind. Wie soll der kleine Junge versteckt werden, fragen sich die Häftlinge? Gefährdet er nicht die Pläne einer Selbstbefreiung? Frank Beyers Verfilmung des Bestsellers von Bruno Apitz ist der erste Spielfilm der DEFA über das Leben im KZ überhaupt, ein Film von internationalem Rang. Besonders Erwin Geschonneck als Kramer, dem Kopf der illegalen Widerstandsorganisation, fasziniert in seiner Überlegenheit, die manches Mal ins Gewalttätige zu kippen droht.
DDR 1963, 119 min, s/w, empfohlen ab 12 J.
R/B: Frank Beyer, B: Bruno Apitz, K: Günter Marczinkowsky, M: Joachim Werzlau, D: Erwin Geschonneck, Armin Mueller-Stahl, Krzysztyn Wójcik, Fred Delmare, Viktor Awdjuschko

Weimarer Republik
• Die Weimarer Republik 1918-1933 (2005, ges. 89 Minuten, empfohlen ab 14 J.

Hauptfilm (23 min)
Weimarer Republik und Dolchstoßlegende

Anhand der Dolchstoßlegende beleuchtet der Hauptfilm die wechselvolle Geschichte der Weimarer Republik. Das Ende des Ersten Weltkriegs führt in Deutschland zu einer politischen Neuordnung. Das Kaiserreich wird zur Republik. In dieser Zeit entsteht die Legende vom Dolchstoß der Heimat in den Rücken des angeblich siegreichen Heeres. Mit zeitgenössischem Filmmaterial, Interviews, Karten, Karikaturen und Plakaten wird die Geschichte eines Mythos veranschaulicht, der breite Bevölkerungsschichten erfaßt und das politische Klima in der Weimarer Republik vergiftet.

Sieben weiter Filmmodule zum kombinieren:

1. Erster Weltkrieg - der moderne Krieg
2. Krisenjahre
3. Versailler Vertrag und Völkerbund
4. Weimarer Verfassung
5. Kultur und Reformen
6. Scheitern
7. Nachhall der Dolchstoßlegende von 1933-1945


B A U S T E I N   I I
Weimarer Klassik,  Weimar Allgemein

•  Brüder und Schwestern (1991, 95 min, empfohlen ab 12 J.)

„...und dass Kohl jetzt unser Kanzler ist, daran muss man sich erst gewöhnen!“: O-Ton Ost, ein paar Wochen nach der Vereinigung, in einer Zeit voller Hoffnungen und Fragen nach der ungewohnten Zukunft. Schon im Frühjahr 1988 drehte der Filmemacher Pavel Schnabel in Weimar, freilich nur mit Bürgern, die von den alles bespitzelnden Behörden sorgfältig ausgewählt wurden, die DDR würdig vor der West-Kamera zu vertreten. Nach dem Zusammenbruch der DDR standen genau sie wieder vor der Kamera. Der Film zeigt die alte DDR, die Irritation nach dem rasanten Wandel und Alltägliches aus den beiden so verschiedenen Welten.
Deutschland 1991, 95 min, empfohlen ab 12 J.
R/B/K: Pavel Schnabel

• Die Braut (1999, 112 Minuten, FSK 12)

Erzählt wird die Liebesgeschichte der aus der Weimarer Armut stammenden 23jährigen Christiane Vulpius und des Dichters und Geheimrats Johann Wolfgang von Goethe aus dem Blickwinkel der jungen Frau aus dem Volke. DIE BRAUT will weniger das Genie Goethe in den Mittelpunkt rücken als das körperliche Kraftfeld einer Frau, die ihn zutiefst liebte und als permanente Provokation der Weimarer Provinzgesellschaft doch immer im Schatten Goethes blieb. Ein Liebesfilm um eine starke Frau, die von Veronica Ferres innerhalb eines hervorragenden Darstellerteams kraftvoll und leidenschaftlich verkörpert wird.
Deutschland 1999, 112 min, FSK 12
R/B: Egon Günther, K: Peter Brand, D: Veronica Ferres, Sibylle Canonica, Herbert Knaup, Franziska Herold, Friedrich-Wilhelm Junge

• Lotte in Weimar (1975, 124 Minuten, FSK 12)

Im September 1816 kommt die Hofrätin Charlotte Kestner, geborene Buff, nach Weimar, um nach 44 Jahren ihrer Jugendliebe Goethe zu begegnen, der sie einst durch den Liebesroman „Die Leiden des jungen Werther“ berühmt gemacht hatte. Die Nachricht ihrer Ankunft im Hotel „Elephant“ spricht sich dank des Kellners Mager in Weimar herum, und so macht eine Reihe von illustren Besuchern ihre Aufwartung: darunter Dr. Riemer, Goethe in Hass-Liebe verbunden, Adele Schopenhauer und Goethes Sohn August. Doch die ersehnte, spätere Begegnung mit Goethe verläuft ganz anders, als es sich Lotte vorgestellt hatte.
DDR 1975, 124 min, FSK 12
R/B: Egon Günther, K: Erich Gusko, M: Karl-Ernst Sassa, Gustav Mahler, D: Lilli Palmer, Martin Hellberg, Rolf Ludwig, Jutta Hoffmann, Katharina Thalbach

• Kabale und Liebe (1959, 111 Minuten, empfohlen ab 14 J.)

Am Hofe eines deutschen Herzogs im 18. Jahrhundert: Ferdinand, der Sohn des Präsidenten, liebt die Bürgerstochter Luise und hegt Heiratspläne. Doch sein Vater will ihn aus politischem Kalkül mit der Maitresse des Herzogs verheiraten. Als Ferdinand sich weigert, schlägt Sekretär Wurm dem Präsidenten eine Intrige vor. Regisseur Martin Hellberg drehte Schillers berühmtes Sturm-und-Drang-Drama zu großem Teil in Weimar (u. a. im Hof des Kirms-Krakow-Hauses und vor dem Schloss Belvedere). Die berühmte Kammerdiener-Szene löste er filmisch auf und zeigt in hinzugefügten Szenen die Rekrutierung der Söldner. Regisseur Hellberg übernahm selbst die Rolle des alten Miller. 15 Jahre später spielte er, mit großem Erfolg, den alten Goethe in Egon Günthers Verfilmung LOTTE IN WEIMAR.   

DDR 1959, 111 min, s/w, FSK 12                                                                             

R/B: Martin Hellberg, K: Karl Plintzner, M: Wilhelm Neef, D: Wolf Kaiser, Otto Mellies, Karola Ebeling, Willi Schwabe, Martin Hellberg, Marianne Wünscher                             

• Friedrich Schiller (1965, 65 Minuten, empfohlen ab 14 J./ 8.-10. Klasse)

Den ganzen Schiller sollte dieser Film von 1956 seinem Publikum bringen, nicht weniger. Und Max Japp, Regisseur des gut einstündigen Streifens, erfüllt diese Aufgabe mit großartigen Aufnahmen der Schillerstätten und jenem pathetischen Grundton, den diese Zeit, einem Klassiker zubilligte. Da dräuen die Wolken, da bricht sich die Sonne Bahn, da erleben wir in beeindruckend inszenierten Szenen das Leben des deutschen Klassikers, das Kind, den Rebellen, den Dichter mit seinen Erfolgen und bedrückenden Sorgen. Bis zum frühen Tod: „ Die Feder entsinkt seiner Hand“, sagt der Kommentar.
Wichtig vor allem der kulturhistorische Aspekt. Das offizielle Schiller-Bild jener Jahre zeigen sowohl Ausschnitte aus zeitgenossischen Inszenierungen als auch Wertung des Dichters im Kommentar - wissenschaftlicher Berater war immerhin Alexander Abusch, wenig später Kulturminister der DDR. Zugleich wird Schiller als Zeuge für die SED-Politik in den fünfziger Jahren aufgerufen. Er steht  für soziale Gerechtigkeit und für eine national geprägte Kultur in einem einheitlichen Deutschland. Der Rütli-Schwur, später peinliches Politikum, wird zum Höhepunkt des Films.
DDR 1956 / 65 min
Regie: Max Jaap, Drehbuch: Gustav Wilhelm Lehmbruck, Max Jaap, Kamera: Ewald Krause

• Schiller – Triumph eines Genies (1940, 96 Minuten, empfohlen ab 14 J./ 8.-10. Klasse)

Der württembergische Volksdichter Schubart, der aus seinem Heimatland fliehen mußte, weil er revolutionäre Lieder gegen den tyrannischen Landesvater dichtet, wird unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Exil zurückgeholt und in den Kerker geworfen. Zur gleichen Zeit bäumt sich Friedrich Schiller als Schüler der Karlsschule gegen das ungeistige, tyrannische Erziehungssystem auf und wagt es, anläßlich einer Preisverleihung dem Herzog selbst seine Meinung zu sagen. Heimlich schreibt er die "Räuber". Der kunstvoll inszenierte Film mit Starbesetzung entzweit auch heute noch die Filmkritiker: während die einen darin einen Protest gegen die Unterdrückung 1940 sehen, finden andere in der Figur der genialen großen Deutschen Friedrich Schiller die Ideologie der Nationalsozialisten wiedergegeben.
Deutschland 1940, 96 Min., empfohlen ab 14 J.
R: Herbert Maisch, B: Walter Wassermann, C. H. Diller, K: Fritz Arno Wagner, M: Herbert Windt, D: Heinrich George, Lil Dagover, Horst Caspar, Friedrich Kayssler, Bernhard Minetti, Hannelore Schroth, Eugen Klöpfer, Paul Henckels


• Schillerjahr 1955 (Stummfilm, 30 Minuten)

Ein Zusammenschnitt offizieller Feiern im Schillerjahr 1955, den die Stadt Weimar in Auftrag gab. Wir sehen den Festakt vor dem Nationaltheater zum 150. Todestag des Dichters, den Straßenumzug zum 1. Mai, den 10. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald, abschließend die Feierlichkeiten zum Geburtstag Schillers – ein buntes Treiben in der Stadt: auf dem Goetheplatz, vor dem Rathaus und im Park. Der Film ist ein wichtiges Zeugnis Weimarer Stadtgeschichte.
Gesamtdauer: ca. 30 min

• Festumzug 1000 Jahre Weimar (1975, 45 Minuten)

Jubiläen sind nicht gegeben, sie werden gemacht. Obwohl es wissenschaftliche Zweifel an der Richtigkeit der urkundlichen Ersterwähnung der Stadt im Jahr 975 gab, sollten „1000 Jahre Weimar“ ganz groß gefeiert werden. So wurde 1975 für Weimar ein Jahr voller hochkarätiger Kulturveranstaltungen, gewissermaßen ein „internationales DDR-Kulturstadtjahr“. Höhepunkt und Abschluss bildete ein stadtgeschichtlicher Festumzug am 12. Oktober 1975, zu dem der Rat der Stadt einen Dokumentarfilm in Auftrag gab. Gedreht haben ihn Studenten von der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg, die sich in jugendlicher Unbeschwertheit eine etwas distanzierte und leicht ironische Sicht leisteten, die keineswegs selbstverständlich war. Der Film wurde 2005 wiederentdeckt.
DDR 1975, 45 min, HFF Potsdam-Babelsberg
R: Klaus Schmutzer


• Die Stunde der Töchter (1979/80, 98 Minuten, FSK 16)

Der Kaderleiter Richard Roth erleidet einen Herzinfarkt. Seine jüngste Tochter Nanny, die einzige seiner Töchter, die noch bei ihm lebt, holt ihre drei anderen Schwestern ans Krankenbett nach Weimar: Ruth, die als Ingenieurin auf einer Werft arbeitet, Eva, die in ihrer Rolle als Chirurgen-Gattin aufgeht und Gerda, die in Scheidung lebt. Wieder gesund, versucht Roth, in das Leben seiner Töchter einzugreifen – und muss erkennen, dass jede doch ihr eigenes Leben lebt. Erwin Stranka verfasste das Szenarium zusammen mit seinem in Weimar lebenden Bruder Walter Stranka und drehte hier weite Teile des Films, u. a. im Ilm-Park, am Herderplatz und in der Hauptpost.
DDR 1979/80, 98 min, FSK 16
R: Erwin Stranka, B: Walter Stranka, K: Peter Brand, M: Karl-Ernst Sasse, D: Dietrich Mechow, Ursula Karusseit, Dorit Gäbler, Karin Düwel, Petra Blossey

 

B A U S T E I N   I I I
Kinder und Jugendfilme

• Filme BAUSTEINE I,II und IV – Altersangaben beachten!
• Lepel (2005, 96 Minuten, empfohlen ab 6 J.)

Der 7-jährige Lepel lebt bei seiner raffgierigen Großmutter Koppenol. Eines Tages wird er aus Versehen in einem Kaufhaus eingeschlossen. Er lernt die 12-jährige Pleun kennen, die es sich im Kaufhaus häuslich eingerichtet hat, nachdem sie von ihren Eltern weggelaufen ist – und bleibt bei ihr. Tagsüber schlafen sie in ihrem „Bett“, einem Regal voller Pullover, abends erleben sie die verrücktesten Abenteuer. Doch als Lepels Sehnsucht nach seinen verschwundenen Eltern immer größer wird, schmiedet Pleun einen Plan. Der im Frühjahr 2004 gedrehte holländisch-deutsche Film wurde zum großen Teil in Weimars Innenstadt gedreht, jedoch nicht nur an für Weimar typischen Orten, sondern auch in der Hermann-Abendroth-Straße und vor dem Marstall.
Niederlande/D/UK 2005, 96 min, FSK o. A., empfohlen ab 6 J.
R: Willem van de Sande Bakhuyzen, B: Mieke de Jong, K: Guido van Gennep, M: Robert Lockhart, D: Joep Trujen, Lena Bril, Loes Luca, Carice van Houten, Barry Atsma

• Meer is nich (100 Minuten, empfohlen ab 14 J.)

„Kind, was willst du denn mal werden?“ Diese nervtötende Frage muss sich Lena mit ihren 17 Jahren ständig anhören. Aber sie will nix werden. Aber eins weiß sie: Ihre Band ist ganz groß, und an den Drums kann Lena sich verwirklichen, ihre Wut rauslassen – das Leben spüren. Doch irgendwann wird sie doch entscheiden müssen, wie es weitergeht. Ein Film übers Erwachsenwerden, übers Träumeleben und über Musik. Bayerischer Filmpreis für Elinor Lüdde 2008.
Deutschland 2008, 102 min, FSK o. A., empfohlen ab 14 J.
R/B: Hagen Keller, K: Philipp Kirsamer, M: sleazy, inc. operated, The Notwist,
D: Elinor Lüdde, Luise Kehm, Sandra Zänker, Thorsten Merten, Ulrike Krumbiegel, Peter Rauch

• Denk bloß nicht, ich heule (1965/90, 90 Minuten, empfohlen ab 14 J.) verbotener DEFA Film

Der wohl wichtigste Weimar-Film: Ein rebellischer 18-jähriger Oberschüler, der von der Schule verwiesen wurde, sucht nach dem Tod seines Vaters nach Orientierung in seinem Leben. Seine rigorose Haltung und trotzige Kompromisslosigkeit drängen ihn an den Rand der sozialen Gemeinschaft. Auch als er schließlich bereit ist, das Abitur nachzuholen, führt dies zunächst zu Unverständnis und Vorurteilen. Regisseur Frank Vogel schrieb damals zu seinem Film: „Wir möchten (…) ein Stück unseres Lebens zeigen, widerspruchsvoll wie es ist, schön und unschön, ehrlich und verlogen.“ Nach mehrmaligen Testvorführungen im Jahr 1965 verboten, wurde der Film erst 1990 wieder aufgeführt. Weimar bildet nicht nur die Hintergrundkulisse, sondern ist symbolischer Handlungsträger in der Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit.
DDR 1965/90, 91 min, s/w, empfohlen ab 12 J.
R: Frank Vogel, B: Manfred Freitag, Joachim Nestler, K: Günther Ost, M: Hans-Dieter Hosalla, D: Peter Reusse, Anne-Kathrein Kretzschmar, Helga Göring, Jutta Hoffmann, Herbert Köfer

• Unsere zehn Gebote – Teile 2,5,8 (2006, je 15 Minuten, empfohlen ab 8 J.)

Was haben die zehn Gebote mit uns und der Gegenwart zu tun? 2. Gebot: Wenn Dorothee den Look-alike-Wettbewerb gewinnt, geht ihr Angebeteter mit ihr aus – sie versucht alles. 5. Gebot: Leon wird von zwei Jungen gequält und will Rache nehmen. 8. Gebot: Paul und Jakob dürfen nicht mit dem Nachbarjungen spielen, weil ihr Opa glaubt, dass er der Sohn eines Mörders ist. Ausgezeichnet  mit dem Erich Kästner Fernsehpreis 2006.
Deutschland 2006, je 15 min, empfohlen ab 8 J.
R: Karola Hattop, Rüdiger Sass, D: Annekathrin Wittig, Cathleen Radig u. a. 

• Wenn Abends halb NAXT In (90 Minuten, empfohlen ab 12 J.)

Gegenwart: Paul und Willi trampen nach Bechstedt-Wagd. Auf ihrem Weg erleben die beiden ein schauderhaftes Spektakel. Das, was die Menschheit nie für möglich gehalten hätte, entpuppt sich vor ihnen in ekelerregender Gestalt: Außerirdische sind gelandet und ernten Spatzen. Ihr ausweglose Flucht vor bösartigen Aliens endet mit der mysteriösen Verwandlung in die Special Agents des FPI, Willi Sculder und Paul Mully. In ihrem neuesten Fall gehen sie dem Grund des weltweiten Rückgangs der Spatzenbestände nach. Willi Sculder erinnert sich fragmenthaft, was er vor der Verwandlung gesehen hat.
Der Film ist ein umgesetztes Schülerprojekt einer ganzen Klasse aus dem Erfurter Ratsgymnasium.

 

B A U S T E I N   I V
Weimar Kurz- und Experimentalfilme

• Ein Weimarfilm (1976, 63 Minuten, empfohlen ab 14 J.)

Als Weimar sein „1000-jähriges Jubiläum“ feierte, kam auch der Dokumentarfilmer Jürgen Böttcher in die Stadt und schuf eine eigenwillige, assoziationsreiche Sicht auf die Gegenwart und die Geschichte Weimars: Impressionen von der 1000-Jahr-Feier wechseln sich ab mit Aufnahmen aus Betrieben, von den Kultur- und Gedenkstätten und mit Landschaftsbildern. Der wenig sozialistische, Ambivalenzen aufzeigende Streifzug durch Weimars Klassik, Restauration und Nationalsozialismus wurde zwar nicht verboten, verschwand aber viele Jahre im Giftschrank der DDR.
DDR 1976, 63 min, s/w, empfohlen ab 14 J.
R/B: Jürgen Böttcher, K: Werner Kohlert, M: Gruppe Bayon

• Bauhaus-Kurzfilm-Rolle „Drehort: Weimar“ (100 Minuten)

Weimar ist Filmstadt seit fast 100 Jahren - und ein Drehort mit vielen Facetten: Kleinstadt-Kulisse, historischer Schauplatz oder verstecktes Motiv, Handlungsträger oder Modell für einen Studio-Nachbau. Im Sommer 2007 fand die Ausstellung DREHORT: WEIMAR statt, die von Studierenden und Lehrenden der Bauhaus-Universität Weimar  konzipiert und realisiert wurde. Auf der Auswahl der im Rahmen dieses Ausstellungsprojektes vorgestellten studentischen Filme basiert die vorliegende Kompilation.

Wir laden Sie mit dieser DVD ein, Weimar mit anderen Augen zu sehen. Entdecken Sie mit unserer Filmauswahl, zusammengestellt durch das Bauhaus Film-Institut, Weimar neu. Wir präsentieren Ihnen Filme Weimarer Studierender und Alumni der Fakultäten Architektur, Gestaltung und Medien der Bauhaus-Universität, die sich mit Stadt und Region als Dreh- oder Produktionsort, als Atelier- oder Studienort in besonderer Weise auseinander gesetzt haben.

1 Durch das Warten wachsen · Ingo Schiller · 2005 5:05 Min.
2 In der Schillerstraße · Albert Beckmann · 2006 5:30 Min.
3 Der Kubus · Christian Sturm · 2004 1:30 Min.
4 Becoming an Adult - Living in Weimar · Johannes Starke · 2005 3:53 Min.
5 Jenny sucht Œnen Mann · Jenny Winkelmann · 2006 4:04 Min.
6 Schokolade im Bauch · Lena Libertá · 2007 15:00 Min.
7 Patrouille · Wendy Dettmann · 2008 8:42 Min.
8 Mozartbrot · Erek Kühn · 2005 15:00 Min.
9 Heimat in der Fremde · Fabian Gießler · 2005 17:20 Min.
10 Die Stille · Susann Maria Hempel · 2006 1:02 Min.
11 76 - 108 · Viktor Hoffmann · 2005 3:45 Min.
12 Der Peter · Sebastian Helm · 2005 6:33 Min.
13 Turn your smile on · Sebastian Binder / Marius Böttcher · 2007 5:48 Min.
14 Dream I+II - Leafcutter John · Lars Nagler · 2006
 5:45 Min.
Gesamt: 100 Min.

Durch das Warten wachsen
Ingo Schiller
Bauhaus-Universität, Fakultät Gestaltung, 2005
05:05 Min.
Die Welt dreht und verändert sich in dieser experimentellen Collage über Zeit und Raum. Mit dem Animationsfilm "Durch das Warten wachsen" ist dem Filmemacher Ingo Schiller eine wunderbar frische und witzige Darstellung des ewigen Kreislaufes geglückt: Bäume tragen Blätter und vertrocknen, Häuser werden gebaut und stürzen ein, Schnee fällt und schmilzt. Die Welt dreht und verändert sich. Und Haare? Bei Haaren verhält es sich ebenso.

In der Schillerstrasse
Albert Beckmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
05:30 Min.
Conchilien, begehrte Sammlerobjekte aus der Natur stehen in einem Laden in der Weimarer Schillerstraße zum Verkauf. Mineralien, südamerikanische Riesenkäfer, Monsterspinnen, aufgespießte Schmetterlinge und Haifischgebisse finden ihre Liebhaber, denn die Mumifizierung überlistet den Tod. Die Besitzerin des eigenartigen Geschäfts lebt in einer Welt aus Faszination und Ekel, Attraktion und Repulsion.

Der Kubus
Christian Sturm
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2004
01:30 Min.
Was geschah wirklich mit dem Weimarer Kubus im Ilmpark?

Becoming an Adult - Living in Weimar
Johannes Starke
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2005
03:53 Min.
Helen kommt aus Dallas. Ihre Mutter arbeitet vorübergehend in Weimar. Das Schließen von neuen Freundschaften fällt ihr schwer. Helen möchte nun endlich erwachsen sein. Mit diesem charmanten Videoreporting-Portrait gewährt uns Johannes Starke einen Einblick in
das sehr durchstrukturierte Leben der 14-jährigen Texanerin Helen Reynolds. Anschaulich und selbstsicher legt sie ihren 6-Jahresplan inklusive Bräutigam, Brautkleid und Buket dar.

Jenny sucht 'nen Mann
Jenny Winkelmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
04:04 Min.
Unterwegs mit laufender Kamera geht Jenny an einem Donnerstag gegen Mittag durch die Weimarer Innenstadt auf Passanten zu und stellt ihnen in aller Öffentlichkeit eine intime Frage. Jenny ist auf der Suche.
Sie sucht einen Mann, der sie liebt. Ziemlich wichtig in der heutigen Zeit. Findet sie ihn?

Schokolade im Bauch
Lena Liberta
Bauhaus-Universität, Fakultät Gestaltung/Fakultät Medien, 2007
15 Min.
Bäcker Rose ist stolz auf seinen Schokoladenkuchen. Als ein kleiner Junge seinem besten Produkt nicht den nötigen Respekt entgegenbringt, versucht der Bäcker ihm eins auszuwischen. Die Falle schnappt zu, doch der Konditor glaubt, einen Mord begangen zu haben.

Patrouille
Wendy Dettmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2008
08:42 Min.
Der alte Nachtwächter ist müde. Unerwartete Hilfe erhält er von einem schlaflosen Mädchen, das mit jugendlicher List und Einfallsreichtum zuerst die Aufgaben und schließlich auch das Amt des Mannes übernimmt.
Besonders schön und der Thematik angemessen ist die Scherenschnittästhetik des Films, die die nächtliche Stimmung durch eine radikal monochrome Farbgebung unterstützt.

Mozartbrot
Erek Kühn
Bauhaus-Universität, Fakultät Gestaltung/Fakultät Medien, 2005
15 Min.
Mozartbrot ist eine märchenhafte Satire, die den schleichenden Verfall und die Ausrottung von Kunst und Kultur in der Gesellschaft thematisiert, als auch die heutige Situation der Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt ironisch widerspiegelt.

Wir leben in einer Zeit, in der die Zahlen aller Erwerbslosen statistisch erfasst und addiert werden, und in der die Menschen als Humankapital oder als Ware für einen Euro zum Arbeiten ins Ausland fahren. Jede zumutbare Arbeit scheint gut genug zu sein. Der Wohnort
des Bürgers richtet sich nach dessen Arbeitsplatz. Das Wort Heimat weitet sich auf eine andere Dimension aus, denn ganz Europa wird zum Lebensraum, und der moderne Mensch stellt sich darauf ein.

Heimat in der Fremde
Fabian Gießler
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2005
17 Min.
Als Kinder kamen sie in ein ihnen fremdes Land bzw. wurden dort geboren: die heute Alten in die Sowjetunion des Hitler-Stalin-Pakts der 30er-Jahre und die heute Jungen in das vereinigte Deutschland. In Russland und Kasachstan waren sie die "Faschisten", und in Deutschland sind sie die "Kommunisten". In Russland pflegten die Alten ihr Deutsch, und in Deutschland pflegen die Jungen ihr Russisch. Sie wollen und wollten ihre Heimat, in der sie geboren sind, nicht vergessen.
Zerrissenheit, Heimatlosigkeit, Entwurzelung, Heimatsehnsucht - das thematisiert Fabian Gießler in seinem dokumentarischen Kurzfilm "Heimat in der Fremde".

Die Stille
Susann Maria Hempel
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
01:03 Min.
Ein Experimentalfilm über das gleichnamige Gedicht von Rainer Maria Rilke. "Ich höre den Klang deiner Stimme, nah und fern zugleich - es ist kein Bild deiner Stimme, sondern etwas Direktes: der Abdruck eines Abdrucks. Es ist die Stimme selbst, die sich im elektrischen Strom abdrückt wie ein Gesicht im weichen Gips. Was sich in der Membran im Telefonhörer abdrückt und schließlich in der Membran des Ohres, ist die Totenmaske der Stimme." Bernhard Siegert

76-108
Viktor Hoffmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Architektur / Fakultät Medien
04:40 Min.
"76-108“, die musikalische Satzbezeichnung für Andante – ein bestimmtes Maß, mit offenem Interpretationsrahmen.

Der Peter
Sebastian Helm
Bauhaus-Universität. Fakultät Gestaltung, 2005
06:30 Min.
Mit Hilfe von Befragungen, Beobachtungen und anderen komplexen Überwachungsmethoden wird das Leben eines unbekannten Kleinbürgers rekonstruiert.

Turn your smile on
Marius Böttcher, Sebastian Binder
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2007
05:45 Min.
Wie in einer fröhlich-bunten Seifenblase manövriert sich die First Class-Ausgabe einer Boing 747 durch die biedere Welt der Sechziger. Wolken ziehen vorbei und die Champagnerkorken knallen. Eine Welt der Maskeraden und des schönen Scheins. Der Titelsong der Band Nachtlüx wird dabei wortwörtlich umgesetzt.

Dream I+II
Lars Nagler
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
05:45 Min.
"DREAM I+II" is a Musicvideo for two Tracks from London based Musician Leafcutter John, taken from his great Record "The Forest and the Sea": two Dreams, two Aesthetics, one final End.

B A U S T E I N   I
„Gefeiert und Missbraucht – Weimar als Instrument der Politik“

• Louis Held Filme (Stummfilme, 20 Minuten) / Hellen Mueller-Schlenkhoff (Stummfilme,1929-1935, 30 Minuten, FSK o.A.)

Hellen Mueller-Schlenkhoff: Weimar-Filme aus den Jahren 1929 bis 1932. Hellen Mueller-Schlenkhoff war die Gattin von Oberbürgermeister Dr. Walther Felix Mueller. An der Seite ihres Mannes zeigte sich Frau Oberbürgermeister gern bei gesellschaftlichen Ereignissen, von denen sie als passionierte „Film-Operateurin“ um 1930 mehrere mit ihrer 16-mm-Handkamera festhielt: das Sommerfest der Aufbauschule für Mädchen, die Gründung des Liszt-Bundes, Theateraufführungen im Ilmpark, ein Tanzreigen von Mädchen vor dem  Römischen Haus. Besonders gern filmte Frau Oberbürgermeister jene, die damals in Weimar Rang und Namen hatten: Museumsdirektor Hans Wahl, Archivar Max Hecker im Goethe-und-Schiller-Archiv, die Journalistin Mathilde Freifrau von Freytag-Loringhoven mit ihrem Dackel, der angeblich rechnen konnte und Elisabeth Förster-Nietzsche, eine unerwartet  liebenswürdige alte Dame. Und Frau Mueller-Schlenkhoff dokumentierte die von ihr organisierten sozialen Projekte, mit denen sie sich den Titel „Stadtmutter Weimars“ erwarb, so ihre Säuglingsfürsorgestelle und ihr Orthopädisches Institut für Kleinkinder. Die insgesamt 20 Kurzfilme waren erst 2005 wieder entdeckt worden und werden nun erstmals vollständig vorgeführt.

Weimars erster Filmer: Louis Held:  Louis Held (1851-1927) war bereits ein angesehener Hofphotograph in Weimar und ein bekannter Bildreporter in ganz Deutschland, als er 1910 zu filmen begann. Sein Interesse galt der Dokumentation gesellschaftlicher und zeitgeschichtlicher Ereignisse. Er war es jedoch auch, der eine junge Frau in Weimar erstmalig auf Film bannte, die nur wenige Jahre später die Grande Dame des deutschen Films werden sollte: Lil Dagover – ein (Kurz-)Film, der in Weimar bisher selten zu sehen war. 1912 eröffnete der umtriebige Fotograf sein eigenes Kino, die Reform-Lichtspiele in der Marienstraße.

Gerne bieten wir die Filme auch mit einer musikalischen Einspielung an.

Bauhaus
• Das Bauhaus in Dessau (1995-2005, 30 Minuten, empfohlen ab 12 J.
Verfügbare Sprache(n): Deutsch /Englisch/Französisch

Nach Entwürfen von Walter Gropius entstand 1926 in Dessau das vielleicht berühmteste Bauwerk des 20. Jahrhunderts: die Hochschule für Gestaltung, das Bauhaus. Es gilt als Gropius´ Hauptwerk und gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Dokumentation von Frédéric Compain

• The Face of twentieth century BAUHAUS (1994, 50 Minuten, empfohlen ab 12 J.)
Verfügbare Sprache(n): Deutsch /Englisch/Französisch

“Erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur und Plastik und Malerei” Mit dieser Vision eröffnete 1919 Walter Gropius das Staatliche Bauhaus Weimar, das von Dessau bis Chicago eine der stilprägensten Schulen für Kunst, Design und Architektur werden sollte. Hier lehrten Künstler wie Kandinsky, Itten, Feininger, Klee, Moholy-Nagy uns Schlemmer, die mit den Direktoren Gropius, Meyer und van der Rohe das Bauhaus zum Inbegriff von Reform, Experiment und Avantgarde machten. In Werken, Archivalien sowie Interviews ergründet der Film die spannende Geschichte der Schule und ihrer Protagonisten.
R/B: Frank Whittford, FSK o.A.

• Paul Klee – Die Stille des Engels (50 Minuten, empfohlen ab 12 J. )
Verfügbare Sprache(n): Deutsch /Englisch/Französisch

Paul Klee, Maler, Grafiker, Musiker, Dichter und Pädagoge, war Mitglied der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ und Professor am Bauhaus in Weimar und Dessau, bevor er nach der Machtergreifung der Nazis in die Schweiz emigrierte. Mehr als 9.000 Werke zeugen von seiner künstlerischen Produktivität. Der Dokumentarfilm beschreibt Klees lebenslange Auseinandersetzung mit der Wirkung von Formen und Farben und zeigt, wie Klee den starren Gegensatz zwischen figürlicher und abstrakter Malerei überwand.
Frankreich 2005, Dokumentarfilm von Michaël Gaumnitz

Buchenwald
• Nackt unter Wölfen (1963, 119 Minuten, empfohlen ab 12 Jahre)

Es ist die wahre Geschichte einer großen Menschlichkeit. Die sich nähernde Front von Ost und West versetzt die Lagerleitung im KZ Buchenwald in Panik, täglich werden mehr Häftlinge in den Tod geschickt. Ein neuer „Evakuierungstransport“ aus Auschwitz trifft ein, darunter ein Pole und ein Koffer. In dem Koffer – ein Kind. Wie soll der kleine Junge versteckt werden, fragen sich die Häftlinge? Gefährdet er nicht die Pläne einer Selbstbefreiung? Frank Beyers Verfilmung des Bestsellers von Bruno Apitz ist der erste Spielfilm der DEFA über das Leben im KZ überhaupt, ein Film von internationalem Rang. Besonders Erwin Geschonneck als Kramer, dem Kopf der illegalen Widerstandsorganisation, fasziniert in seiner Überlegenheit, die manches Mal ins Gewalttätige zu kippen droht.
DDR 1963, 119 min, s/w, empfohlen ab 12 J.
R/B: Frank Beyer, B: Bruno Apitz, K: Günter Marczinkowsky, M: Joachim Werzlau, D: Erwin Geschonneck, Armin Mueller-Stahl, Krzysztyn Wójcik, Fred Delmare, Viktor Awdjuschko

Weimarer Republik
• Die Weimarer Republik 1918-1933 (2005, ges. 89 Minuten, empfohlen ab 14 J.

Hauptfilm (23 min)
Weimarer Republik und Dolchstoßlegende

Anhand der Dolchstoßlegende beleuchtet der Hauptfilm die wechselvolle Geschichte der Weimarer Republik. Das Ende des Ersten Weltkriegs führt in Deutschland zu einer politischen Neuordnung. Das Kaiserreich wird zur Republik. In dieser Zeit entsteht die Legende vom Dolchstoß der Heimat in den Rücken des angeblich siegreichen Heeres. Mit zeitgenössischem Filmmaterial, Interviews, Karten, Karikaturen und Plakaten wird die Geschichte eines Mythos veranschaulicht, der breite Bevölkerungsschichten erfaßt und das politische Klima in der Weimarer Republik vergiftet.

Sieben weiter Filmmodule zum kombinieren:

1. Erster Weltkrieg - der moderne Krieg
2. Krisenjahre
3. Versailler Vertrag und Völkerbund
4. Weimarer Verfassung
5. Kultur und Reformen
6. Scheitern
7. Nachhall der Dolchstoßlegende von 1933-1945


B A U S T E I N   I I
Weimarer Klassik,  Weimar Allgemein

•  Brüder und Schwestern (1991, 95 min, empfohlen ab 12 J.)

„...und dass Kohl jetzt unser Kanzler ist, daran muss man sich erst gewöhnen!“: O-Ton Ost, ein paar Wochen nach der Vereinigung, in einer Zeit voller Hoffnungen und Fragen nach der ungewohnten Zukunft. Schon im Frühjahr 1988 drehte der Filmemacher Pavel Schnabel in Weimar, freilich nur mit Bürgern, die von den alles bespitzelnden Behörden sorgfältig ausgewählt wurden, die DDR würdig vor der West-Kamera zu vertreten. Nach dem Zusammenbruch der DDR standen genau sie wieder vor der Kamera. Der Film zeigt die alte DDR, die Irritation nach dem rasanten Wandel und Alltägliches aus den beiden so verschiedenen Welten.
Deutschland 1991, 95 min, empfohlen ab 12 J.
R/B/K: Pavel Schnabel

• Die Braut (1999, 112 Minuten, FSK 12)

Erzählt wird die Liebesgeschichte der aus der Weimarer Armut stammenden 23jährigen Christiane Vulpius und des Dichters und Geheimrats Johann Wolfgang von Goethe aus dem Blickwinkel der jungen Frau aus dem Volke. DIE BRAUT will weniger das Genie Goethe in den Mittelpunkt rücken als das körperliche Kraftfeld einer Frau, die ihn zutiefst liebte und als permanente Provokation der Weimarer Provinzgesellschaft doch immer im Schatten Goethes blieb. Ein Liebesfilm um eine starke Frau, die von Veronica Ferres innerhalb eines hervorragenden Darstellerteams kraftvoll und leidenschaftlich verkörpert wird.
Deutschland 1999, 112 min, FSK 12
R/B: Egon Günther, K: Peter Brand, D: Veronica Ferres, Sibylle Canonica, Herbert Knaup, Franziska Herold, Friedrich-Wilhelm Junge

• Lotte in Weimar (1975, 124 Minuten, FSK 12)

Im September 1816 kommt die Hofrätin Charlotte Kestner, geborene Buff, nach Weimar, um nach 44 Jahren ihrer Jugendliebe Goethe zu begegnen, der sie einst durch den Liebesroman „Die Leiden des jungen Werther“ berühmt gemacht hatte. Die Nachricht ihrer Ankunft im Hotel „Elephant“ spricht sich dank des Kellners Mager in Weimar herum, und so macht eine Reihe von illustren Besuchern ihre Aufwartung: darunter Dr. Riemer, Goethe in Hass-Liebe verbunden, Adele Schopenhauer und Goethes Sohn August. Doch die ersehnte, spätere Begegnung mit Goethe verläuft ganz anders, als es sich Lotte vorgestellt hatte.
DDR 1975, 124 min, FSK 12
R/B: Egon Günther, K: Erich Gusko, M: Karl-Ernst Sassa, Gustav Mahler, D: Lilli Palmer, Martin Hellberg, Rolf Ludwig, Jutta Hoffmann, Katharina Thalbach

• Kabale und Liebe (1959, 111 Minuten, empfohlen ab 14 J.)

Am Hofe eines deutschen Herzogs im 18. Jahrhundert: Ferdinand, der Sohn des Präsidenten, liebt die Bürgerstochter Luise und hegt Heiratspläne. Doch sein Vater will ihn aus politischem Kalkül mit der Maitresse des Herzogs verheiraten. Als Ferdinand sich weigert, schlägt Sekretär Wurm dem Präsidenten eine Intrige vor. Regisseur Martin Hellberg drehte Schillers berühmtes Sturm-und-Drang-Drama zu großem Teil in Weimar (u. a. im Hof des Kirms-Krakow-Hauses und vor dem Schloss Belvedere). Die berühmte Kammerdiener-Szene löste er filmisch auf und zeigt in hinzugefügten Szenen die Rekrutierung der Söldner. Regisseur Hellberg übernahm selbst die Rolle des alten Miller. 15 Jahre später spielte er, mit großem Erfolg, den alten Goethe in Egon Günthers Verfilmung LOTTE IN WEIMAR.   

DDR 1959, 111 min, s/w, FSK 12                                                                             

R/B: Martin Hellberg, K: Karl Plintzner, M: Wilhelm Neef, D: Wolf Kaiser, Otto Mellies, Karola Ebeling, Willi Schwabe, Martin Hellberg, Marianne Wünscher                             

• Friedrich Schiller (1965, 65 Minuten, empfohlen ab 14 J./ 8.-10. Klasse)

Den ganzen Schiller sollte dieser Film von 1956 seinem Publikum bringen, nicht weniger. Und Max Japp, Regisseur des gut einstündigen Streifens, erfüllt diese Aufgabe mit großartigen Aufnahmen der Schillerstätten und jenem pathetischen Grundton, den diese Zeit, einem Klassiker zubilligte. Da dräuen die Wolken, da bricht sich die Sonne Bahn, da erleben wir in beeindruckend inszenierten Szenen das Leben des deutschen Klassikers, das Kind, den Rebellen, den Dichter mit seinen Erfolgen und bedrückenden Sorgen. Bis zum frühen Tod: „ Die Feder entsinkt seiner Hand“, sagt der Kommentar.
Wichtig vor allem der kulturhistorische Aspekt. Das offizielle Schiller-Bild jener Jahre zeigen sowohl Ausschnitte aus zeitgenossischen Inszenierungen als auch Wertung des Dichters im Kommentar - wissenschaftlicher Berater war immerhin Alexander Abusch, wenig später Kulturminister der DDR. Zugleich wird Schiller als Zeuge für die SED-Politik in den fünfziger Jahren aufgerufen. Er steht  für soziale Gerechtigkeit und für eine national geprägte Kultur in einem einheitlichen Deutschland. Der Rütli-Schwur, später peinliches Politikum, wird zum Höhepunkt des Films.
DDR 1956 / 65 min
Regie: Max Jaap, Drehbuch: Gustav Wilhelm Lehmbruck, Max Jaap, Kamera: Ewald Krause

• Schiller – Triumph eines Genies (1940, 96 Minuten, empfohlen ab 14 J./ 8.-10. Klasse)

Der württembergische Volksdichter Schubart, der aus seinem Heimatland fliehen mußte, weil er revolutionäre Lieder gegen den tyrannischen Landesvater dichtet, wird unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Exil zurückgeholt und in den Kerker geworfen. Zur gleichen Zeit bäumt sich Friedrich Schiller als Schüler der Karlsschule gegen das ungeistige, tyrannische Erziehungssystem auf und wagt es, anläßlich einer Preisverleihung dem Herzog selbst seine Meinung zu sagen. Heimlich schreibt er die "Räuber". Der kunstvoll inszenierte Film mit Starbesetzung entzweit auch heute noch die Filmkritiker: während die einen darin einen Protest gegen die Unterdrückung 1940 sehen, finden andere in der Figur der genialen großen Deutschen Friedrich Schiller die Ideologie der Nationalsozialisten wiedergegeben.
Deutschland 1940, 96 Min., empfohlen ab 14 J.
R: Herbert Maisch, B: Walter Wassermann, C. H. Diller, K: Fritz Arno Wagner, M: Herbert Windt, D: Heinrich George, Lil Dagover, Horst Caspar, Friedrich Kayssler, Bernhard Minetti, Hannelore Schroth, Eugen Klöpfer, Paul Henckels


• Schillerjahr 1955 (Stummfilm, 30 Minuten)

Ein Zusammenschnitt offizieller Feiern im Schillerjahr 1955, den die Stadt Weimar in Auftrag gab. Wir sehen den Festakt vor dem Nationaltheater zum 150. Todestag des Dichters, den Straßenumzug zum 1. Mai, den 10. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald, abschließend die Feierlichkeiten zum Geburtstag Schillers – ein buntes Treiben in der Stadt: auf dem Goetheplatz, vor dem Rathaus und im Park. Der Film ist ein wichtiges Zeugnis Weimarer Stadtgeschichte.
Gesamtdauer: ca. 30 min

• Festumzug 1000 Jahre Weimar (1975, 45 Minuten)

Jubiläen sind nicht gegeben, sie werden gemacht. Obwohl es wissenschaftliche Zweifel an der Richtigkeit der urkundlichen Ersterwähnung der Stadt im Jahr 975 gab, sollten „1000 Jahre Weimar“ ganz groß gefeiert werden. So wurde 1975 für Weimar ein Jahr voller hochkarätiger Kulturveranstaltungen, gewissermaßen ein „internationales DDR-Kulturstadtjahr“. Höhepunkt und Abschluss bildete ein stadtgeschichtlicher Festumzug am 12. Oktober 1975, zu dem der Rat der Stadt einen Dokumentarfilm in Auftrag gab. Gedreht haben ihn Studenten von der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg, die sich in jugendlicher Unbeschwertheit eine etwas distanzierte und leicht ironische Sicht leisteten, die keineswegs selbstverständlich war. Der Film wurde 2005 wiederentdeckt.
DDR 1975, 45 min, HFF Potsdam-Babelsberg
R: Klaus Schmutzer


• Die Stunde der Töchter (1979/80, 98 Minuten, FSK 16)

Der Kaderleiter Richard Roth erleidet einen Herzinfarkt. Seine jüngste Tochter Nanny, die einzige seiner Töchter, die noch bei ihm lebt, holt ihre drei anderen Schwestern ans Krankenbett nach Weimar: Ruth, die als Ingenieurin auf einer Werft arbeitet, Eva, die in ihrer Rolle als Chirurgen-Gattin aufgeht und Gerda, die in Scheidung lebt. Wieder gesund, versucht Roth, in das Leben seiner Töchter einzugreifen – und muss erkennen, dass jede doch ihr eigenes Leben lebt. Erwin Stranka verfasste das Szenarium zusammen mit seinem in Weimar lebenden Bruder Walter Stranka und drehte hier weite Teile des Films, u. a. im Ilm-Park, am Herderplatz und in der Hauptpost.
DDR 1979/80, 98 min, FSK 16
R: Erwin Stranka, B: Walter Stranka, K: Peter Brand, M: Karl-Ernst Sasse, D: Dietrich Mechow, Ursula Karusseit, Dorit Gäbler, Karin Düwel, Petra Blossey

 

B A U S T E I N   I I I
Kinder und Jugendfilme

• Filme BAUSTEINE I,II und IV – Altersangaben beachten!
• Lepel (2005, 96 Minuten, empfohlen ab 6 J.)

Der 7-jährige Lepel lebt bei seiner raffgierigen Großmutter Koppenol. Eines Tages wird er aus Versehen in einem Kaufhaus eingeschlossen. Er lernt die 12-jährige Pleun kennen, die es sich im Kaufhaus häuslich eingerichtet hat, nachdem sie von ihren Eltern weggelaufen ist – und bleibt bei ihr. Tagsüber schlafen sie in ihrem „Bett“, einem Regal voller Pullover, abends erleben sie die verrücktesten Abenteuer. Doch als Lepels Sehnsucht nach seinen verschwundenen Eltern immer größer wird, schmiedet Pleun einen Plan. Der im Frühjahr 2004 gedrehte holländisch-deutsche Film wurde zum großen Teil in Weimars Innenstadt gedreht, jedoch nicht nur an für Weimar typischen Orten, sondern auch in der Hermann-Abendroth-Straße und vor dem Marstall.
Niederlande/D/UK 2005, 96 min, FSK o. A., empfohlen ab 6 J.
R: Willem van de Sande Bakhuyzen, B: Mieke de Jong, K: Guido van Gennep, M: Robert Lockhart, D: Joep Trujen, Lena Bril, Loes Luca, Carice van Houten, Barry Atsma

• Meer is nich (100 Minuten, empfohlen ab 14 J.)

„Kind, was willst du denn mal werden?“ Diese nervtötende Frage muss sich Lena mit ihren 17 Jahren ständig anhören. Aber sie will nix werden. Aber eins weiß sie: Ihre Band ist ganz groß, und an den Drums kann Lena sich verwirklichen, ihre Wut rauslassen – das Leben spüren. Doch irgendwann wird sie doch entscheiden müssen, wie es weitergeht. Ein Film übers Erwachsenwerden, übers Träumeleben und über Musik. Bayerischer Filmpreis für Elinor Lüdde 2008.
Deutschland 2008, 102 min, FSK o. A., empfohlen ab 14 J.
R/B: Hagen Keller, K: Philipp Kirsamer, M: sleazy, inc. operated, The Notwist,
D: Elinor Lüdde, Luise Kehm, Sandra Zänker, Thorsten Merten, Ulrike Krumbiegel, Peter Rauch

• Denk bloß nicht, ich heule (1965/90, 90 Minuten, empfohlen ab 14 J.) verbotener DEFA Film

Der wohl wichtigste Weimar-Film: Ein rebellischer 18-jähriger Oberschüler, der von der Schule verwiesen wurde, sucht nach dem Tod seines Vaters nach Orientierung in seinem Leben. Seine rigorose Haltung und trotzige Kompromisslosigkeit drängen ihn an den Rand der sozialen Gemeinschaft. Auch als er schließlich bereit ist, das Abitur nachzuholen, führt dies zunächst zu Unverständnis und Vorurteilen. Regisseur Frank Vogel schrieb damals zu seinem Film: „Wir möchten (…) ein Stück unseres Lebens zeigen, widerspruchsvoll wie es ist, schön und unschön, ehrlich und verlogen.“ Nach mehrmaligen Testvorführungen im Jahr 1965 verboten, wurde der Film erst 1990 wieder aufgeführt. Weimar bildet nicht nur die Hintergrundkulisse, sondern ist symbolischer Handlungsträger in der Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit.
DDR 1965/90, 91 min, s/w, empfohlen ab 12 J.
R: Frank Vogel, B: Manfred Freitag, Joachim Nestler, K: Günther Ost, M: Hans-Dieter Hosalla, D: Peter Reusse, Anne-Kathrein Kretzschmar, Helga Göring, Jutta Hoffmann, Herbert Köfer

• Unsere zehn Gebote – Teile 2,5,8 (2006, je 15 Minuten, empfohlen ab 8 J.)

Was haben die zehn Gebote mit uns und der Gegenwart zu tun? 2. Gebot: Wenn Dorothee den Look-alike-Wettbewerb gewinnt, geht ihr Angebeteter mit ihr aus – sie versucht alles. 5. Gebot: Leon wird von zwei Jungen gequält und will Rache nehmen. 8. Gebot: Paul und Jakob dürfen nicht mit dem Nachbarjungen spielen, weil ihr Opa glaubt, dass er der Sohn eines Mörders ist. Ausgezeichnet  mit dem Erich Kästner Fernsehpreis 2006.
Deutschland 2006, je 15 min, empfohlen ab 8 J.
R: Karola Hattop, Rüdiger Sass, D: Annekathrin Wittig, Cathleen Radig u. a. 

• Wenn Abends halb NAXT In (90 Minuten, empfohlen ab 12 J.)

Gegenwart: Paul und Willi trampen nach Bechstedt-Wagd. Auf ihrem Weg erleben die beiden ein schauderhaftes Spektakel. Das, was die Menschheit nie für möglich gehalten hätte, entpuppt sich vor ihnen in ekelerregender Gestalt: Außerirdische sind gelandet und ernten Spatzen. Ihr ausweglose Flucht vor bösartigen Aliens endet mit der mysteriösen Verwandlung in die Special Agents des FPI, Willi Sculder und Paul Mully. In ihrem neuesten Fall gehen sie dem Grund des weltweiten Rückgangs der Spatzenbestände nach. Willi Sculder erinnert sich fragmenthaft, was er vor der Verwandlung gesehen hat.
Der Film ist ein umgesetztes Schülerprojekt einer ganzen Klasse aus dem Erfurter Ratsgymnasium.

 

B A U S T E I N   I V
Weimar Kurz- und Experimentalfilme

• Ein Weimarfilm (1976, 63 Minuten, empfohlen ab 14 J.)

Als Weimar sein „1000-jähriges Jubiläum“ feierte, kam auch der Dokumentarfilmer Jürgen Böttcher in die Stadt und schuf eine eigenwillige, assoziationsreiche Sicht auf die Gegenwart und die Geschichte Weimars: Impressionen von der 1000-Jahr-Feier wechseln sich ab mit Aufnahmen aus Betrieben, von den Kultur- und Gedenkstätten und mit Landschaftsbildern. Der wenig sozialistische, Ambivalenzen aufzeigende Streifzug durch Weimars Klassik, Restauration und Nationalsozialismus wurde zwar nicht verboten, verschwand aber viele Jahre im Giftschrank der DDR.
DDR 1976, 63 min, s/w, empfohlen ab 14 J.
R/B: Jürgen Böttcher, K: Werner Kohlert, M: Gruppe Bayon

• Bauhaus-Kurzfilm-Rolle „Drehort: Weimar“ (100 Minuten)

Weimar ist Filmstadt seit fast 100 Jahren - und ein Drehort mit vielen Facetten: Kleinstadt-Kulisse, historischer Schauplatz oder verstecktes Motiv, Handlungsträger oder Modell für einen Studio-Nachbau. Im Sommer 2007 fand die Ausstellung DREHORT: WEIMAR statt, die von Studierenden und Lehrenden der Bauhaus-Universität Weimar  konzipiert und realisiert wurde. Auf der Auswahl der im Rahmen dieses Ausstellungsprojektes vorgestellten studentischen Filme basiert die vorliegende Kompilation.

Wir laden Sie mit dieser DVD ein, Weimar mit anderen Augen zu sehen. Entdecken Sie mit unserer Filmauswahl, zusammengestellt durch das Bauhaus Film-Institut, Weimar neu. Wir präsentieren Ihnen Filme Weimarer Studierender und Alumni der Fakultäten Architektur, Gestaltung und Medien der Bauhaus-Universität, die sich mit Stadt und Region als Dreh- oder Produktionsort, als Atelier- oder Studienort in besonderer Weise auseinander gesetzt haben.

1 Durch das Warten wachsen · Ingo Schiller · 2005 5:05 Min.
2 In der Schillerstraße · Albert Beckmann · 2006 5:30 Min.
3 Der Kubus · Christian Sturm · 2004 1:30 Min.
4 Becoming an Adult - Living in Weimar · Johannes Starke · 2005 3:53 Min.
5 Jenny sucht Œnen Mann · Jenny Winkelmann · 2006 4:04 Min.
6 Schokolade im Bauch · Lena Libertá · 2007 15:00 Min.
7 Patrouille · Wendy Dettmann · 2008 8:42 Min.
8 Mozartbrot · Erek Kühn · 2005 15:00 Min.
9 Heimat in der Fremde · Fabian Gießler · 2005 17:20 Min.
10 Die Stille · Susann Maria Hempel · 2006 1:02 Min.
11 76 - 108 · Viktor Hoffmann · 2005 3:45 Min.
12 Der Peter · Sebastian Helm · 2005 6:33 Min.
13 Turn your smile on · Sebastian Binder / Marius Böttcher · 2007 5:48 Min.
14 Dream I+II - Leafcutter John · Lars Nagler · 2006
 5:45 Min.
Gesamt: 100 Min.

Durch das Warten wachsen
Ingo Schiller
Bauhaus-Universität, Fakultät Gestaltung, 2005
05:05 Min.
Die Welt dreht und verändert sich in dieser experimentellen Collage über Zeit und Raum. Mit dem Animationsfilm "Durch das Warten wachsen" ist dem Filmemacher Ingo Schiller eine wunderbar frische und witzige Darstellung des ewigen Kreislaufes geglückt: Bäume tragen Blätter und vertrocknen, Häuser werden gebaut und stürzen ein, Schnee fällt und schmilzt. Die Welt dreht und verändert sich. Und Haare? Bei Haaren verhält es sich ebenso.

In der Schillerstrasse
Albert Beckmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
05:30 Min.
Conchilien, begehrte Sammlerobjekte aus der Natur stehen in einem Laden in der Weimarer Schillerstraße zum Verkauf. Mineralien, südamerikanische Riesenkäfer, Monsterspinnen, aufgespießte Schmetterlinge und Haifischgebisse finden ihre Liebhaber, denn die Mumifizierung überlistet den Tod. Die Besitzerin des eigenartigen Geschäfts lebt in einer Welt aus Faszination und Ekel, Attraktion und Repulsion.

Der Kubus
Christian Sturm
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2004
01:30 Min.
Was geschah wirklich mit dem Weimarer Kubus im Ilmpark?

Becoming an Adult - Living in Weimar
Johannes Starke
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2005
03:53 Min.
Helen kommt aus Dallas. Ihre Mutter arbeitet vorübergehend in Weimar. Das Schließen von neuen Freundschaften fällt ihr schwer. Helen möchte nun endlich erwachsen sein. Mit diesem charmanten Videoreporting-Portrait gewährt uns Johannes Starke einen Einblick in
das sehr durchstrukturierte Leben der 14-jährigen Texanerin Helen Reynolds. Anschaulich und selbstsicher legt sie ihren 6-Jahresplan inklusive Bräutigam, Brautkleid und Buket dar.

Jenny sucht 'nen Mann
Jenny Winkelmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
04:04 Min.
Unterwegs mit laufender Kamera geht Jenny an einem Donnerstag gegen Mittag durch die Weimarer Innenstadt auf Passanten zu und stellt ihnen in aller Öffentlichkeit eine intime Frage. Jenny ist auf der Suche.
Sie sucht einen Mann, der sie liebt. Ziemlich wichtig in der heutigen Zeit. Findet sie ihn?

Schokolade im Bauch
Lena Liberta
Bauhaus-Universität, Fakultät Gestaltung/Fakultät Medien, 2007
15 Min.
Bäcker Rose ist stolz auf seinen Schokoladenkuchen. Als ein kleiner Junge seinem besten Produkt nicht den nötigen Respekt entgegenbringt, versucht der Bäcker ihm eins auszuwischen. Die Falle schnappt zu, doch der Konditor glaubt, einen Mord begangen zu haben.

Patrouille
Wendy Dettmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2008
08:42 Min.
Der alte Nachtwächter ist müde. Unerwartete Hilfe erhält er von einem schlaflosen Mädchen, das mit jugendlicher List und Einfallsreichtum zuerst die Aufgaben und schließlich auch das Amt des Mannes übernimmt.
Besonders schön und der Thematik angemessen ist die Scherenschnittästhetik des Films, die die nächtliche Stimmung durch eine radikal monochrome Farbgebung unterstützt.

Mozartbrot
Erek Kühn
Bauhaus-Universität, Fakultät Gestaltung/Fakultät Medien, 2005
15 Min.
Mozartbrot ist eine märchenhafte Satire, die den schleichenden Verfall und die Ausrottung von Kunst und Kultur in der Gesellschaft thematisiert, als auch die heutige Situation der Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt ironisch widerspiegelt.

Wir leben in einer Zeit, in der die Zahlen aller Erwerbslosen statistisch erfasst und addiert werden, und in der die Menschen als Humankapital oder als Ware für einen Euro zum Arbeiten ins Ausland fahren. Jede zumutbare Arbeit scheint gut genug zu sein. Der Wohnort
des Bürgers richtet sich nach dessen Arbeitsplatz. Das Wort Heimat weitet sich auf eine andere Dimension aus, denn ganz Europa wird zum Lebensraum, und der moderne Mensch stellt sich darauf ein.

Heimat in der Fremde
Fabian Gießler
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2005
17 Min.
Als Kinder kamen sie in ein ihnen fremdes Land bzw. wurden dort geboren: die heute Alten in die Sowjetunion des Hitler-Stalin-Pakts der 30er-Jahre und die heute Jungen in das vereinigte Deutschland. In Russland und Kasachstan waren sie die "Faschisten", und in Deutschland sind sie die "Kommunisten". In Russland pflegten die Alten ihr Deutsch, und in Deutschland pflegen die Jungen ihr Russisch. Sie wollen und wollten ihre Heimat, in der sie geboren sind, nicht vergessen.
Zerrissenheit, Heimatlosigkeit, Entwurzelung, Heimatsehnsucht - das thematisiert Fabian Gießler in seinem dokumentarischen Kurzfilm "Heimat in der Fremde".

Die Stille
Susann Maria Hempel
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
01:03 Min.
Ein Experimentalfilm über das gleichnamige Gedicht von Rainer Maria Rilke. "Ich höre den Klang deiner Stimme, nah und fern zugleich - es ist kein Bild deiner Stimme, sondern etwas Direktes: der Abdruck eines Abdrucks. Es ist die Stimme selbst, die sich im elektrischen Strom abdrückt wie ein Gesicht im weichen Gips. Was sich in der Membran im Telefonhörer abdrückt und schließlich in der Membran des Ohres, ist die Totenmaske der Stimme." Bernhard Siegert

76-108
Viktor Hoffmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Architektur / Fakultät Medien
04:40 Min.
"76-108“, die musikalische Satzbezeichnung für Andante – ein bestimmtes Maß, mit offenem Interpretationsrahmen.

Der Peter
Sebastian Helm
Bauhaus-Universität. Fakultät Gestaltung, 2005
06:30 Min.
Mit Hilfe von Befragungen, Beobachtungen und anderen komplexen Überwachungsmethoden wird das Leben eines unbekannten Kleinbürgers rekonstruiert.

Turn your smile on
Marius Böttcher, Sebastian Binder
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2007
05:45 Min.
Wie in einer fröhlich-bunten Seifenblase manövriert sich die First Class-Ausgabe einer Boing 747 durch die biedere Welt der Sechziger. Wolken ziehen vorbei und die Champagnerkorken knallen. Eine Welt der Maskeraden und des schönen Scheins. Der Titelsong der Band Nachtlüx wird dabei wortwörtlich umgesetzt.

Dream I+II
Lars Nagler
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
05:45 Min.
"DREAM I+II" is a Musicvideo for two Tracks from London based Musician Leafcutter John, taken from his great Record "The Forest and the Sea": two Dreams, two Aesthetics, one final End.

nach Altersangabe sortiert


 

O h n e   A l t e r s b e s c h r ä n k u n g

• Louis Held Filme (Stummfilme, 20 Minuten) / Hellen Mueller-Schlenkhoff (Stummfilme,1929-1935, 30 Minuten, FSK o.A.)

Hellen Mueller-Schlenkhoff: Weimar-Filme aus den Jahren 1929 bis 1932. Hellen Mueller-Schlenkhoff war die Gattin von Oberbürgermeister Dr. Walther Felix Mueller. An der Seite ihres Mannes zeigte sich Frau Oberbürgermeister gern bei gesellschaftlichen Ereignissen, von denen sie als passionierte „Film-Operateurin“ um 1930 mehrere mit ihrer 16-mm-Handkamera festhielt: das Sommerfest der Aufbauschule für Mädchen, die Gründung des Liszt-Bundes, Theateraufführungen im Ilmpark, ein Tanzreigen von Mädchen vor dem  Römischen Haus. Besonders gern filmte Frau Oberbürgermeister jene, die damals in Weimar Rang und Namen hatten: Museumsdirektor Hans Wahl, Archivar Max Hecker im Goethe-und-Schiller-Archiv, die Journalistin Mathilde Freifrau von Freytag-Loringhoven mit ihrem Dackel, der angeblich rechnen konnte und Elisabeth Förster-Nietzsche, eine unerwartet  liebenswürdige alte Dame. Und Frau Mueller-Schlenkhoff dokumentierte die von ihr organisierten sozialen Projekte, mit denen sie sich den Titel „Stadtmutter Weimars“ erwarb, so ihre Säuglingsfürsorgestelle und ihr Orthopädisches Institut für Kleinkinder. Die insgesamt 20 Kurzfilme waren erst 2005 wieder entdeckt worden und werden nun erstmals vollständig vorgeführt.

Weimars erster Filmer: Louis Held:  Louis Held (1851-1927) war bereits ein angesehener Hofphotograph in Weimar und ein bekannter Bildreporter in ganz Deutschland, als er 1910 zu filmen begann. Sein Interesse galt der Dokumentation gesellschaftlicher und zeitgeschichtlicher Ereignisse. Er war es jedoch auch, der eine junge Frau in Weimar erstmalig auf Film bannte, die nur wenige Jahre später die Grande Dame des deutschen Films werden sollte: Lil Dagover – ein (Kurz-)Film, der in Weimar bisher selten zu sehen war. 1912 eröffnete der umtriebige Fotograf sein eigenes Kino, die Reform-Lichtspiele in der Marienstraße.

Gerne bieten wir die Filme auch mit einer musikalischen Einspielung an.

• Schillerjahr 1955 (Stummfilm, 30 Minuten)

Ein Zusammenschnitt offizieller Feiern im Schillerjahr 1955, den die Stadt Weimar in Auftrag gab. Wir sehen den Festakt vor dem Nationaltheater zum 150. Todestag des Dichters, den Straßenumzug zum 1. Mai, den 10. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald, abschließend die Feierlichkeiten zum Geburtstag Schillers – ein buntes Treiben in der Stadt: auf dem Goetheplatz, vor dem Rathaus und im Park. Der Film ist ein wichtiges Zeugnis Weimarer Stadtgeschichte.
Gesamtdauer: ca. 30 min

• Festumzug 1000 Jahre Weimar (1975, 45 Minuten)

Jubiläen sind nicht gegeben, sie werden gemacht. Obwohl es wissenschaftliche Zweifel an der Richtigkeit der urkundlichen Ersterwähnung der Stadt im Jahr 975 gab, sollten „1000 Jahre Weimar“ ganz groß gefeiert werden. So wurde 1975 für Weimar ein Jahr voller hochkarätiger Kulturveranstaltungen, gewissermaßen ein „internationales DDR-Kulturstadtjahr“. Höhepunkt und Abschluss bildete ein stadtgeschichtlicher Festumzug am 12. Oktober 1975, zu dem der Rat der Stadt einen Dokumentarfilm in Auftrag gab. Gedreht haben ihn Studenten von der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg, die sich in jugendlicher Unbeschwertheit eine etwas distanzierte und leicht ironische Sicht leisteten, die keineswegs selbstverständlich war. Der Film wurde 2005 wiederentdeckt.
DDR 1975, 45 min, HFF Potsdam-Babelsberg
R: Klaus Schmutzer 

A b   6   J a h r e

Lepel (2005, 96 Minuten, empfohlen ab 6 J.)

Der 7-jährige Lepel lebt bei seiner raffgierigen Großmutter Koppenol. Eines Tages wird er aus Versehen in einem Kaufhaus eingeschlossen. Er lernt die 12-jährige Pleun kennen, die es sich im Kaufhaus häuslich eingerichtet hat, nachdem sie von ihren Eltern weggelaufen ist – und bleibt bei ihr. Tagsüber schlafen sie in ihrem „Bett“, einem Regal voller Pullover, abends erleben sie die verrücktesten Abenteuer. Doch als Lepels Sehnsucht nach seinen verschwundenen Eltern immer größer wird, schmiedet Pleun einen Plan. Der im Frühjahr 2004 gedrehte holländisch-deutsche Film wurde zum großen Teil in Weimars Innenstadt gedreht, jedoch nicht nur an für Weimar typischen Orten, sondern auch in der Hermann-Abendroth-Straße und vor dem Marstall.
Niederlande/D/UK 2005, 96 min, FSK o. A., empfohlen ab 6 J.
R: Willem van de Sande Bakhuyzen, B: Mieke de Jong, K: Guido van Gennep, M: Robert Lockhart, D: Joep Trujen, Lena Bril, Loes Luca, Carice van Houten, Barry Atsma 

A b   8   J a h r e

• Unsere zehn Gebote – Teile 2,5,8 (2006, je 15 Minuten, empfohlen ab 8 J.)

Was haben die zehn Gebote mit uns und der Gegenwart zu tun? 2. Gebot: Wenn Dorothee den Look-alike-Wettbewerb gewinnt, geht ihr Angebeteter mit ihr aus – sie versucht alles. 5. Gebot: Leon wird von zwei Jungen gequält und will Rache nehmen. 8. Gebot: Paul und Jakob dürfen nicht mit dem Nachbarjungen spielen, weil ihr Opa glaubt, dass er der Sohn eines Mörders ist. Ausgezeichnet  mit dem Erich Kästner Fernsehpreis 2006.
Deutschland 2006, je 15 min, empfohlen ab 8 J.
R: Karola Hattop, Rüdiger Sass, D: Annekathrin Wittig, Cathleen Radig u. a.  

A b   1 2   J a h r e

•  Brüder und Schwestern (1991, 95 min, empfohlen ab 12 J.)

„...und dass Kohl jetzt unser Kanzler ist, daran muss man sich erst gewöhnen!“: O-Ton Ost, ein paar Wochen nach der Vereinigung, in einer Zeit voller Hoffnungen und Fragen nach der ungewohnten Zukunft. Schon im Frühjahr 1988 drehte der Filmemacher Pavel Schnabel in Weimar, freilich nur mit Bürgern, die von den alles bespitzelnden Behörden sorgfältig ausgewählt wurden, die DDR würdig vor der West-Kamera zu vertreten. Nach dem Zusammenbruch der DDR standen genau sie wieder vor der Kamera. Der Film zeigt die alte DDR, die Irritation nach dem rasanten Wandel und Alltägliches aus den beiden so verschiedenen Welten.
Deutschland 1991, 95 min, empfohlen ab 12 J.
R/B/K: Pavel Schnabel

• Das Bauhaus in Dessau (1995-2005, 30 Minuten, empfohlen ab 12 J.)
Verfügbare Sprache(n): Deutsch /Englisch/Französisch

Nach Entwürfen von Walter Gropius entstand 1926 in Dessau das vielleicht berühmteste Bauwerk des 20. Jahrhunderts: die Hochschule für Gestaltung, das Bauhaus. Es gilt als Gropius´ Hauptwerk und gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Dokumentation von Frédéric Compain

• The Face of twentieth century BAUHAUS (1994, 50 Minuten, empfohlen ab 12 J.
Verfügbare Sprache(n): Deutsch /Englisch/Französisch

“Erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur und Plastik und Malerei” Mit dieser Vision eröffnete 1919 Walter Gropius das Staatliche Bauhaus Weimar, das von Dessau bis Chicago eine der stilprägensten Schulen für Kunst, Design und Architektur werden sollte. Hier lehrten Künstler wie Kandinsky, Itten, Feininger, Klee, Moholy-Nagy uns Schlemmer, die mit den Direktoren Gropius, Meyer und van der Rohe das Bauhaus zum Inbegriff von Reform, Experiment und Avantgarde machten. In Werken, Archivalien sowie Interviews ergründet der Film die spannende Geschichte der Schule und ihrer Protagonisten.
R/B: Frank Whittford, FSK o.A.

• Paul Klee – Die Stille des Engels (50 Minuten, empfohlen ab 12 J. )
Verfügbare Sprache(n): Deutsch /Englisch/Französisch

Paul Klee, Maler, Grafiker, Musiker, Dichter und Pädagoge, war Mitglied der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ und Professor am Bauhaus in Weimar und Dessau, bevor er nach der Machtergreifung der Nazis in die Schweiz emigrierte. Mehr als 9.000 Werke zeugen von seiner künstlerischen Produktivität. Der Dokumentarfilm beschreibt Klees lebenslange Auseinandersetzung mit der Wirkung von Formen und Farben und zeigt, wie Klee den starren Gegensatz zwischen figürlicher und abstrakter Malerei überwand.
Frankreich 2005, Dokumentarfilm von Michaël Gaumnitz
Buchenwald

• Nackt unter Wölfen (1963, 119 Minuten, empfohlen ab 12 Jahre)

Es ist die wahre Geschichte einer großen Menschlichkeit. Die sich nähernde Front von Ost und West versetzt die Lagerleitung im KZ Buchenwald in Panik, täglich werden mehr Häftlinge in den Tod geschickt. Ein neuer „Evakuierungstransport“ aus Auschwitz trifft ein, darunter ein Pole und ein Koffer. In dem Koffer – ein Kind. Wie soll der kleine Junge versteckt werden, fragen sich die Häftlinge? Gefährdet er nicht die Pläne einer Selbstbefreiung? Frank Beyers Verfilmung des Bestsellers von Bruno Apitz ist der erste Spielfilm der DEFA über das Leben im KZ überhaupt, ein Film von internationalem Rang. Besonders Erwin Geschonneck als Kramer, dem Kopf der illegalen Widerstandsorganisation, fasziniert in seiner Überlegenheit, die manches Mal ins Gewalttätige zu kippen droht.
DDR 1963, 119 min, s/w, empfohlen ab 12 J.
R/B: Frank Beyer, B: Bruno Apitz, K: Günter Marczinkowsky, M: Joachim Werzlau, D: Erwin Geschonneck, Armin Mueller-Stahl, Krzysztyn Wójcik, Fred Delmare, Viktor Awdjuschko

Weimarer Republik
• GG 19 (2007, 149 Minuten, empfohlen ab 12 J. )

Mit Beiträgen von 25 Drehbuchautoren, 19 RegisseurInnen und der Unterstützung namhafter Schauspieler, darunter Kurt Krömer, Anna Thalbach, Katharina Wackernagel, Karoline Eichhorn und Anna Loos, hat der Berliner Regisseur und Produzent Harald Siebler unsere Grundrechte, also die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, zu einem besonderen Film komponiert. 149 Minuten und 19 spannende, komische und anrührende Kapitel über unsere Verfassungswirklichkeit: 19 gute Gründe für die Demokratie

• Die Braut (1999, 112 Minuten, FSK 12)

Erzählt wird die Liebesgeschichte der aus der Weimarer Armut stammenden 23jährigen Christiane Vulpius und des Dichters und Geheimrats Johann Wolfgang von Goethe aus dem Blickwinkel der jungen Frau aus dem Volke. DIE BRAUT will weniger das Genie Goethe in den Mittelpunkt rücken als das körperliche Kraftfeld einer Frau, die ihn zutiefst liebte und als permanente Provokation der Weimarer Provinzgesellschaft doch immer im Schatten Goethes blieb. Ein Liebesfilm um eine starke Frau, die von Veronica Ferres innerhalb eines hervorragenden Darstellerteams kraftvoll und leidenschaftlich verkörpert wird.
Deutschland 1999, 112 min, FSK 12
R/B: Egon Günther, K: Peter Brand, D: Veronica Ferres, Sibylle Canonica, Herbert Knaup, Franziska Herold, Friedrich-Wilhelm Junge

• Lotte in Weimar (1975, 124 Minuten, FSK 12)

Im September 1816 kommt die Hofrätin Charlotte Kestner, geborene Buff, nach Weimar, um nach 44 Jahren ihrer Jugendliebe Goethe zu begegnen, der sie einst durch den Liebesroman „Die Leiden des jungen Werther“ berühmt gemacht hatte. Die Nachricht ihrer Ankunft im Hotel „Elephant“ spricht sich dank des Kellners Mager in Weimar herum, und so macht eine Reihe von illustren Besuchern ihre Aufwartung: darunter Dr. Riemer, Goethe in Hass-Liebe verbunden, Adele Schopenhauer und Goethes Sohn August. Doch die ersehnte, spätere Begegnung mit Goethe verläuft ganz anders, als es sich Lotte vorgestellt hatte.
DDR 1975, 124 min, FSK 12
R/B: Egon Günther, K: Erich Gusko, M: Karl-Ernst Sassa, Gustav Mahler, D: Lilli Palmer, Martin Hellberg, Rolf Ludwig, Jutta Hoffmann, Katharina Thalbach

• Wenn Abends halb NAXT In (90 Minuten, empfohlen ab 12 J.)

Gegenwart: Paul und Willi trampen nach Bechstedt-Wagd. Auf ihrem Weg erleben die beiden ein schauderhaftes Spektakel. Das, was die Menschheit nie für möglich gehalten hätte, entpuppt sich vor ihnen in ekelerregender Gestalt: Außerirdische sind gelandet und ernten Spatzen. Ihr ausweglose Flucht vor bösartigen Aliens endet mit der mysteriösen Verwandlung in die Special Agents des FPI, Willi Sculder und Paul Mully. In ihrem neuesten Fall gehen sie dem Grund des weltweiten Rückgangs der Spatzenbestände nach. Willi Sculder erinnert sich fragmenthaft, was er vor der Verwandlung gesehen hat.
Der Film ist ein umgesetztes Schülerprojekt einer ganzen Klasse aus dem Erfurter Ratsgymnasium.

• Bauhaus-Kurzfilm-Rolle „Drehort: Weimar“ (100 Minuten)


Weimar ist Filmstadt seit fast 100 Jahren - und ein Drehort mit vielen Facetten: Kleinstadt-Kulisse, historischer Schauplatz oder verstecktes Motiv, Handlungsträger oder Modell für einen Studio-Nachbau. Im Sommer 2007 fand die Ausstellung DREHORT: WEIMAR statt, die von Studierenden und Lehrenden der Bauhaus-Universität Weimar  konzipiert und
realisiert wurde. Auf der Auswahl der im Rahmen dieses Ausstellungsprojektes vorgestellten studentischen Filme basiert die vorliegende Kompilation.

Wir laden Sie mit dieser DVD ein, Weimar mit anderen Augen zu sehen. Entdecken Sie mit unserer Filmauswahl, zusammengestellt durch das Bauhaus Film-Institut, Weimar neu. Wir präsentieren Ihnen Filme Weimarer Studierender und Alumni der Fakultäten Architektur, Gestaltung und Medien der Bauhaus-Universität, die sich mit Stadt und Region als Dreh- oder Produktionsort, als Atelier- oder Studienort in besonderer Weise auseinander gesetzt haben.

1 Durch das Warten wachsen · Ingo Schiller · 2005 5:05 Min.
2 In der Schillerstraße · Albert Beckmann · 2006 5:30 Min.
3 Der Kubus · Christian Sturm · 2004 1:30 Min.
4 Becoming an Adult - Living in Weimar · Johannes Starke · 2005 3:53 Min.
5 Jenny sucht einen Mann · Jenny Winkelmann · 2006 4:04 Min.
6 Schokolade im Bauch · Lena Libertá · 2007 15:00 Min.
7 Patrouille · Wendy Dettmann · 2008 8:42 Min.
8 Mozartbrot · Erek Kühn · 2005 15:00 Min.
9 Heimat in der Fremde · Fabian Gießler · 2005 17:20 Min.
10 Die Stille · Susann Maria Hempel · 2006 1:02 Min.
11 76 - 108 · Viktor Hoffmann · 2005 3:45 Min.
12 Der Peter · Sebastian Helm · 2005 6:33 Min.
13 Turn your smile on · Sebastian Binder / Marius Böttcher · 2007 5:48 Min.
14 Dream I+II - Leafcutter John · Lars Nagler · 2006
 5:45 Min.
Gesamt: 100 Min.

Durch das Warten wachsen
Ingo Schiller
Bauhaus-Universität, Fakultät Gestaltung, 2005
05:05 Min.
Die Welt dreht und verändert sich in dieser experimentellen Collage über Zeit und Raum. Mit dem Animationsfilm "Durch das Warten wachsen" ist dem Filmemacher Ingo Schiller eine wunderbar frische und witzige Darstellung des ewigen Kreislaufes geglückt: Bäume tragen Blätter und vertrocknen, Häuser werden gebaut und stürzen ein, Schnee fällt und schmilzt. Die Welt dreht und verändert sich. Und Haare? Bei Haaren verhält es sich ebenso.

In der Schillerstrasse
Albert Beckmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
05:30 Min.
Conchilien, begehrte Sammlerobjekte aus der Natur stehen in einem Laden in der Weimarer Schillerstraße zum Verkauf. Mineralien, südamerikanische Riesenkäfer, Monsterspinnen, aufgespießte Schmetterlinge und Haifischgebisse finden ihre Liebhaber, denn die Mumifizierung überlistet den Tod. Die Besitzerin des eigenartigen Geschäfts lebt in einer Welt aus Faszination und Ekel, Attraktion und Repulsion.

Der Kubus
Christian Sturm
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2004
01:30 Min.
Was geschah wirklich mit dem Weimarer Kubus im Ilmpark?

Becoming an Adult - Living in Weimar
Johannes Starke
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2005
03:53 Min.
Helen kommt aus Dallas. Ihre Mutter arbeitet vorübergehend in Weimar. Das Schließen von neuen Freundschaften fällt ihr schwer. Helen möchte nun endlich erwachsen sein. Mit diesem charmanten Videoreporting-Portrait gewährt uns Johannes Starke einen Einblick in
das sehr durchstrukturierte Leben der 14-jährigen Texanerin Helen Reynolds. Anschaulich und selbstsicher legt sie ihren 6-Jahresplan inklusive Bräutigam, Brautkleid und Buket dar.

Jenny sucht 'nen Mann
Jenny Winkelmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
04:04 Min.
Unterwegs mit laufender Kamera geht Jenny an einem Donnerstag gegen Mittag durch die Weimarer Innenstadt auf Passanten zu und stellt ihnen in aller Öffentlichkeit eine intime Frage. Jenny ist auf der Suche.
Sie sucht einen Mann, der sie liebt. Ziemlich wichtig in der heutigen Zeit. Findet sie ihn?

Schokolade im Bauch
Lena Liberta
Bauhaus-Universität, Fakultät Gestaltung/Fakultät Medien, 2007
15 Min.
Bäcker Rose ist stolz auf seinen Schokoladenkuchen. Als ein kleiner Junge seinem besten Produkt nicht den nötigen Respekt entgegenbringt, versucht der Bäcker ihm eins auszuwischen. Die Falle schnappt zu, doch der Konditor glaubt, einen Mord begangen zu haben.

Patrouille
Wendy Dettmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2008
08:42 Min.
Der alte Nachtwächter ist müde. Unerwartete Hilfe erhält er von einem schlaflosen Mädchen, das mit jugendlicher List und Einfallsreichtum zuerst die Aufgaben und schließlich auch das Amt des Mannes übernimmt.
Besonders schön und der Thematik angemessen ist die Scherenschnittästhetik des Films, die die nächtliche Stimmung durch eine radikal monochrome Farbgebung unterstützt.

Mozartbrot
Erek Kühn
Bauhaus-Universität, Fakultät Gestaltung/Fakultät Medien, 2005
15 Min.
Mozartbrot ist eine märchenhafte Satire, die den schleichenden Verfall und die Ausrottung von Kunst und Kultur in der Gesellschaft thematisiert, als auch die heutige Situation der Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt ironisch widerspiegelt.

Wir leben in einer Zeit, in der die Zahlen aller Erwerbslosen statistisch erfasst und addiert werden, und in der die Menschen als Humankapital oder als Ware für einen Euro zum Arbeiten ins Ausland fahren. Jede zumutbare Arbeit scheint gut genug zu sein. Der Wohnort
des Bürgers richtet sich nach dessen Arbeitsplatz. Das Wort Heimat weitet sich auf eine andere Dimension aus, denn ganz Europa wird zum Lebensraum, und der moderne Mensch stellt sich darauf ein.

Heimat in der Fremde
Fabian Gießler
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2005
17 Min.
Als Kinder kamen sie in ein ihnen fremdes Land bzw. wurden dort geboren: die heute Alten in die Sowjetunion des Hitler-Stalin-Pakts der 30er-Jahre und die heute Jungen in das vereinigte Deutschland. In Russland und Kasachstan waren sie die "Faschisten", und in Deutschland sind sie die "Kommunisten". In Russland pflegten die Alten ihr Deutsch, und in Deutschland pflegen die Jungen ihr Russisch. Sie wollen und wollten ihre Heimat, in der sie geboren sind, nicht vergessen.
Zerrissenheit, Heimatlosigkeit, Entwurzelung, Heimatsehnsucht - das thematisiert Fabian Gießler in seinem dokumentarischen Kurzfilm "Heimat in der Fremde".

Die Stille
Susann Maria Hempel
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
01:03 Min.
Ein Experimentalfilm über das gleichnamige Gedicht von Rainer Maria Rilke. "Ich höre den Klang deiner Stimme, nah und fern zugleich - es ist kein Bild deiner Stimme, sondern etwas Direktes: der Abdruck eines Abdrucks. Es ist die Stimme selbst, die sich im elektrischen Strom abdrückt wie ein Gesicht im weichen Gips. Was sich in der Membran im Telefonhörer abdrückt und schließlich in der Membran des Ohres, ist die Totenmaske der Stimme." Bernhard Siegert

76-108
Viktor Hoffmann
Bauhaus-Universität, Fakultät Architektur / Fakultät Medien
04:40 Min.
"76-108“, die musikalische Satzbezeichnung für Andante – ein bestimmtes Maß, mit offenem Interpretationsrahmen.

Der Peter
Sebastian Helm
Bauhaus-Universität. Fakultät Gestaltung, 2005
06:30 Min.
Mit Hilfe von Befragungen, Beobachtungen und anderen komplexen Überwachungsmethoden wird das Leben eines unbekannten Kleinbürgers rekonstruiert.

Turn your smile on
Marius Böttcher, Sebastian Binder
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2007
05:45 Min.
Wie in einer fröhlich-bunten Seifenblase manövriert sich die First Class-Ausgabe einer Boing 747 durch die biedere Welt der Sechziger. Wolken ziehen vorbei und die Champagnerkorken knallen. Eine Welt der Maskeraden und des schönen Scheins. Der Titelsong der Band Nachtlüx wird dabei wortwörtlich umgesetzt.

Dream I+II
Lars Nagler
Bauhaus-Universität, Fakultät Medien, 2006
05:45 Min.
"DREAM I+II" is a Musicvideo for two Tracks from London based Musician Leafcutter John, taken from his great Record "The Forest and the Sea": two Dreams, two Aesthetics, one final End. 

A b   1 4   J a h r e

• Friedrich Schiller (1965, 65 Minuten, empfohlen ab 14 J./ 8.-10. Klasse)

Den ganzen Schiller sollte dieser Film von 1956 seinem Publikum bringen, nicht weniger. Und Max Japp, Regisseur des gut einstündigen Streifens, erfüllt diese Aufgabe mit großartigen Aufnahmen der Schillerstätten und jenem pathetischen Grundton, den diese Zeit, einem Klassiker zubilligte. Da dräuen die Wolken, da bricht sich die Sonne Bahn, da erleben wir in beeindruckend inszenierten Szenen das Leben des deutschen Klassikers, das Kind, den Rebellen, den Dichter mit seinen Erfolgen und bedrückenden Sorgen. Bis zum frühen Tod: „ Die Feder entsinkt seiner Hand“, sagt der Kommentar.
Wichtig vor allem der kulturhistorische Aspekt. Das offizielle Schiller-Bild jener Jahre zeigen sowohl Ausschnitte aus zeitgenossischen Inszenierungen als auch Wertung des Dichters im Kommentar - wissenschaftlicher Berater war immerhin Alexander Abusch, wenig später Kulturminister der DDR. Zugleich wird Schiller als Zeuge für die SED-Politik in den fünfziger Jahren aufgerufen. Er steht  für soziale Gerechtigkeit und für eine national geprägte Kultur in einem einheitlichen Deutschland. Der Rütli-Schwur, später peinliches Politikum, wird zum Höhepunkt des Films.
DDR 1956 / 65 min
Regie: Max Jaap, Drehbuch: Gustav Wilhelm Lehmbruck, Max Jaap, Kamera: Ewald Krause

• Schiller – Triumph eines Genies (1940, 96 Minuten, empfohlen ab 14 J./ 8.-10. Klasse)

Der württembergische Volksdichter Schubart, der aus seinem Heimatland fliehen mußte, weil er revolutionäre Lieder gegen den tyrannischen Landesvater dichtet, wird unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Exil zurückgeholt und in den Kerker geworfen. Zur gleichen Zeit bäumt sich Friedrich Schiller als Schüler der Karlsschule gegen das ungeistige, tyrannische Erziehungssystem auf und wagt es, anläßlich einer Preisverleihung dem Herzog selbst seine Meinung zu sagen. Heimlich schreibt er die "Räuber". Der kunstvoll inszenierte Film mit Starbesetzung entzweit auch heute noch die Filmkritiker: während die einen darin einen Protest gegen die Unterdrückung 1940 sehen, finden andere in der Figur der genialen großen Deutschen Friedrich Schiller die Ideologie der Nationalsozialisten wiedergegeben.
Deutschland 1940, 96 Min., empfohlen ab 14 J.
R: Herbert Maisch, B: Walter Wassermann, C. H. Diller, K: Fritz Arno Wagner, M: Herbert Windt, D: Heinrich George, Lil Dagover, Horst Caspar, Friedrich Kayssler, Bernhard Minetti, Hannelore Schroth, Eugen Klöpfer, Paul Henckels

• Kabale und Liebe (1959, 111 Minuten, FSK 12)

Am Hofe eines deutschen Herzogs im 18. Jahrhundert: Ferdinand, der Sohn des Präsidenten, liebt die Bürgerstochter Luise und hegt Heiratspläne. Doch sein Vater will ihn aus politischem Kalkül mit der Maitresse des Herzogs verheiraten. Als Ferdinand sich weigert, schlägt Sekretär Wurm dem Präsidenten eine Intrige vor. Regisseur Martin Hellberg drehte Schillers berühmtes Sturm-und-Drang-Drama zu großem Teil in Weimar (u. a. im Hof des Kirms-Krakow-Hauses und vor dem Schloss Belvedere). Die berühmte Kammerdiener-Szene löste er filmisch auf und zeigt in hinzugefügten Szenen die Rekrutierung der Söldner. Regisseur Hellberg übernahm selbst die Rolle des alten Miller. 15 Jahre später spielte er, mit großem Erfolg, den alten Goethe in Egon Günthers Verfilmung LOTTE IN WEIMAR.
DDR 1959, 111 min, s/w, FSK 12
R/B: Martin Hellberg, K: Karl Plintzner, M: Wilhelm Neef, D: Wolf Kaiser, Otto Mellies, Karola Ebeling, Willi Schwabe, Martin Hellberg, Marianne Wünscher

• Denk bloß nicht, ich heule (1965/90, 90 Minuten, empfohlen ab 12J.) verbotener DEFA Film

Der wohl wichtigste Weimar-Film: Ein rebellischer 18-jähriger Oberschüler, der von der Schule verwiesen wurde, sucht nach dem Tod seines Vaters nach Orientierung in seinem Leben. Seine rigorose Haltung und trotzige Kompromisslosigkeit drängen ihn an den Rand der sozialen Gemeinschaft. Auch als er schließlich bereit ist, das Abitur nachzuholen, führt dies zunächst zu Unverständnis und Vorurteilen. Regisseur Frank Vogel schrieb damals zu seinem Film: „Wir möchten (…) ein Stück unseres Lebens zeigen, widerspruchsvoll wie es ist, schön und unschön, ehrlich und verlogen.“ Nach mehrmaligen Testvorführungen im Jahr 1965 verboten, wurde der Film erst 1990 wieder aufgeführt. Weimar bildet nicht nur die Hintergrundkulisse, sondern ist symbolischer Handlungsträger in der Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit.
DDR 1965/90, 91 min, s/w, empfohlen ab 12 J.
R: Frank Vogel, B: Manfred Freitag, Joachim Nestler, K: Günther Ost, M: Hans-Dieter Hosalla, D: Peter Reusse, Anne-Kathrein Kretzschmar, Helga Göring, Jutta Hoffmann, Herbert Köfer

• Meer is nich (100 Minuten, empfohlen ab 14 J.)

„Kind, was willst du denn mal werden?“ Diese nervtötende Frage muss sich Lena mit ihren 17 Jahren ständig anhören. Aber sie will nix werden. Aber eins weiß sie: Ihre Band ist ganz groß, und an den Drums kann Lena sich verwirklichen, ihre Wut rauslassen – das Leben spüren. Doch irgendwann wird sie doch entscheiden müssen, wie es weitergeht. Ein Film übers Erwachsenwerden, übers Träumeleben und über Musik. Bayerischer Filmpreis für Elinor Lüdde 2008.
Deutschland 2008, 102 min, FSK o. A., empfohlen ab 14 J.
R/B: Hagen Keller, K: Philipp Kirsamer, M: sleazy, inc. operated, The Notwist,
D: Elinor Lüdde, Luise Kehm, Sandra Zänker, Thorsten Merten, Ulrike Krumbiegel, Peter Rauch

• Ein Weimarfilm (1976, 63 Minuten, empfohlen ab 14 J.)

Als Weimar sein „1000-jähriges Jubiläum“ feierte, kam auch der Dokumentarfilmer Jürgen Böttcher in die Stadt und schuf eine eigenwillige, assoziationsreiche Sicht auf die Gegenwart und die Geschichte Weimars: Impressionen von der 1000-Jahr-Feier wechseln sich ab mit Aufnahmen aus Betrieben, von den Kultur- und Gedenkstätten und mit Landschaftsbildern. Der wenig sozialistische, Ambivalenzen aufzeigende Streifzug durch Weimars Klassik, Restauration und Nationalsozialismus wurde zwar nicht verboten, verschwand aber viele Jahre im Giftschrank der DDR.
DDR 1976, 63 min, s/w, empfohlen ab 14 J.
R/B: Jürgen Böttcher, K: Werner Kohlert, M: Gruppe Bayon


• Die Weimarer Republik 1918-1933 (2005, ges. 89 Minuten, empfohlen ab 14 J.

Hauptfilm (23 min)
Weimarer Republik und Dolchstoßlegende

Anhand der Dolchstoßlegende beleuchtet der Hauptfilm die wechselvolle Geschichte der Weimarer Republik. Das Ende des Ersten Weltkriegs führt in Deutschland zu einer politischen Neuordnung. Das Kaiserreich wird zur Republik. In dieser Zeit entsteht die Legende vom Dolchstoß der Heimat in den Rücken des angeblich siegreichen Heeres. Mit zeitgenössischem Filmmaterial, Interviews, Karten, Karikaturen und Plakaten wird die Geschichte eines Mythos veranschaulicht, der breite Bevölkerungsschichten erfaßt und das politische Klima in der Weimarer Republik vergiftet.

Sieben weiter Filmmodule zum kombinieren:

1. Erster Weltkrieg - der moderne Krieg
2. Krisenjahre
3. Versailler Vertrag und Völkerbund
4. Weimarer Verfassung
5. Kultur und Reformen
6. Scheitern
7. Nachhall der Dolchstoßlegende von 1933-1945

A b   1 6   J a h r e

• Die Stunde der Töchter (1979/80, 98 Minuten, FSK 16)

Der Kaderleiter Richard Roth erleidet einen Herzinfarkt. Seine jüngste Tochter Nanny, die einzige seiner Töchter, die noch bei ihm lebt, holt ihre drei anderen Schwestern ans Krankenbett nach Weimar: Ruth, die als Ingenieurin auf einer Werft arbeitet, Eva, die in ihrer Rolle als Chirurgen-Gattin aufgeht und Gerda, die in Scheidung lebt. Wieder gesund, versucht Roth, in das Leben seiner Töchter einzugreifen – und muss erkennen, dass jede doch ihr eigenes Leben lebt. Erwin Stranka verfasste das Szenarium zusammen mit seinem in Weimar lebenden Bruder Walter Stranka und drehte hier weite Teile des Films, u. a. im Ilm-Park, am Herderplatz und in der Hauptpost.
DDR 1979/80, 98 min, FSK 16
R: Erwin Stranka, B: Walter Stranka, K: Peter Brand, M: Karl-Ernst Sasse, D: Dietrich Mechow, Ursula Karusseit, Dorit Gäbler, Karin Düwel, Petra Blossey