Westwood

Zu Beginn ihrer Karriere war die von der Londoner Subkultur der 1960er inspirierte Modedesignerin Vivienne Westwood eine Außenseiterin im Mode-Business. Über die Jahre eroberte die Britin jedoch die Laufstege und gewann renommierte Designpreise. Im klassisch aufgebauten Doku-Porträt „Westwood: Punk, Ikone, Aktivistin“ rekapituliert die Filmemacherin Lorna Tucker die biographischen Stationen Westwoods, spricht mit Weggefährt/innen und der Protagonistin selbst.

„Lassen Sie es einfach hinter uns bringen,“ meint Vivienne Westwood am Anfang des Films. Einwürfe dieser Art folgen im Verlauf der Doku noch häufiger. Westwood erweist sich in den Interviews als ebenso störrisch wie ihre Modeschöpfungen und kapituliert nur widerwillig vor den Fragen der Regisseurin Lorna Tucker: „Ich werde alles erzählen – es ist so langweilig.“ Die Modedesignerin ist keine leicht zugängliche Protagonistin. Auch deswegen kommt ihr das Porträt nicht sonderlich nah, liefert aber immerhin einen Überblick über ihre Biographie und die Phasen ihrer Modedesigns.
 
Es war ein langer Weg, bis die 1941 in Großbritannien geborene Vivienne Westwood zur Modeikone aufstieg. 17-jährig zog die aus einfacher Familie stammende Künstlerin nach London, wo sie die Swinging Sixties und die Subkultur der Punkszene miterlebte. Gemeinsam mit dem „Sex Pistols“-Manager Malcolm McLaren, den sie jung heiratete, eröffnete sie einen alternativen Laden an der Kings Road, in welchem sie selbst designte Punk-Shirts mit provokanten Motiven verkaufte. Schon ein simpler Aufdruck mit dem Wort „Sex“ reichte, um das damalige Establishment zu düpieren.
 
Nach der Scheidung von McLaren entwickelte Westwood ihre Handschrift weiter, wurde aber von der Modebranche ignoriert und in Talkshows vom Publikum ausgelacht. Als 1985 ein hoch dotierter Vertrag mit Giorgio Armani platzte, musste sie Sozialhilfe beantragen. Doch letztlich wurde die Querdenkerin zwei Jahre in Folge als Designerin des Jahres prämiert und schaffte den Durchbruch in der Modewelt. Heute nutzt sie ihre Bekanntheit als Umweltschutzaktivistin und tritt bei Protestaktionen als Rednerin auf.

Großbritannien 2018
Regie: Lorna Tucker
Mitwirkende: Vivienne Westwood, Christina Hendricks, André Leon Talley
Laufzeit: 83 Min.




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