Yoga

Die französische Doku „Yoga - Die Kraft des Lebens“ richtet ihren Blick auf wundersame Heilungsprozesse und außergewöhnliche Geschichten, die an unterschiedlichen Orten der Welt angesiedelt sind. Es geht um Menschen, die durch Yoga wieder zurück ins Leben gefunden haben. Der sehr persönlich erzählte Film zeigt anhand mannigfaltiger Beispiele den positiven Effekt von Meditation und Achtsamkeit – unabhängig von Religionen und Kulturen.

„Yoga“ erzählt von Stéphane Haskell, einem französischen Regisseur und Foto-Journalisten. 40 Jahre ist er alt, als er nach einer hochriskanten Rücken-OP mit einer Querschnittlähmung erwacht. Die Aussichten sind düster: Die Ärzte teilen ihm mit, dass er wahrscheinlich nie wieder laufen wird. Durch Zufall entdeckt er einige Zeit später mit Yoga einen möglichen Weg der Heilung. Und tatsächlich: Die Reise ins Innere in Verbindung mit den meditativen Techniken zeigen Wirkung. Haskell erlangt seine früheren Fähigkeiten zurück. In der Folge macht er sich auf, faszinierende Menschen in den entlegensten Ecken zu treffen, die ebenfalls alle durch Yoga gerettet oder geheilt wurden.

Als Zuschauer begleitet man mit Stéphane Haskell einen Mann bei seiner Tour um die Welt, der von Beginn an einen intensiven Einblick in sein Innerstes gewährt. Und den Betrachter durch seine jederzeit freimütigen, ehrlichen Äußerungen an seiner Motivation und seinem Antrieb teilhaben lässt. Er beginnt seinen Film mit einem Rückblick auf die entbehrungsreichen Jahre nach der OP – eine von unendlichen körperlichen Schmerzen geprägte Zeit, in der Haskell sehr stark eingeschränkt und ständig auf die Hilfe anderer angewiesen war. Davon zeugen in den Film eingestreute Privataufnahmen, die Haskell unter anderem bei physiotherapeutischen Maßnahmen und auf Reha zeigen.

Dann beginnt ein Abschnitt, in dem Haskell nur kurz anreißt, dass er selbst durch Yoga zu (beinahe) alter Gesundheit zurückfand. Viel stärker konzentriert er sich fortan auf die unterschiedlichen Stationen seiner Reise und die unzähligen spannenden Personen, die er trifft. Ihnen allen ist gemein, dass sie die aus Indien stammende philosophische Lehre verinnerlicht haben und die geistigen sowie körperlichen Übungen zur inneren Einkehr nutzen.

So etwa eine Gruppe von Todestrakt-Insassen in einem der berüchtigtsten Hochsicherheits-gefängnisse der USA. Neben Bodybuilding und anderen sportlichen Betätigungen widmen sich die verurteilten Schwerstverbrecher tagtäglich ihren Yoga-Übungen, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Wie positiv sich die geistige Konzentration und Achtsamkeit auf das zwischenmenschliche Miteinander und die Gesundheit auswirken können, machen zwei andere Stationen deutlich. In den kenianischen Slums bringt eine junge Yoga-Lehrerin taubstummen Kindern und Jugendlichen die wichtigsten Techniken bei. „Was Yoga mir beigebracht hat, ist, für die Möglichkeiten aller meiner Schüler einzutreten und unserer Gemeinschaft zu dienen“, sagt sie und die Gesichter der jungen Menschen, die bei den Übungen lachen und vor Freude strahlen, sprechen Bände. Im Marilyn Hilton MS Achievement Center in Los Angeles spricht Haskell mit an Multipler Sklerose erkrankten Menschen, die davon berichten, wie Yoga ihr Leid lindert und die lebenspraktischen Impulse ihren Alltag stärken.

Gelungen ist, dass sich Haskell nicht nur auf die Schüler und erlernenden Anwender konzentriert, sondern auch einigen der herausragenden Yoga-Lehrmeister Aufmerksamkeit schenkt. So zum Beispiel der ganzheitlichen Heilerin Therese Poulsen, die Yoga als therapeutische Praxis für durch Katastrophen traumatisierte Kinder nutzt. Und auch der  Gründer des Iyengar Yoga ist Teil des Films: B. K. S. Iyengar, einer der führenden Yoga-Lehrer aller Zeiten, der – bis zu seinem Tod 2014 – über 70 Jahre lang Yoga praktizierte und lehrte. Der Film bietet tolle Archivaufnahmen dieser beiden Persönlichkeiten. Sie vermitteln einen Eindruck davon, wie Körper und Seele durch Yoga miteinander in Einklang gebracht werden.

Frankreich 2019
Regie & Drehbuch: Stéphane Haskell
Länge: 85 Minuten




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